Bericht aus Brüssel (27)
Es klopft. Büroleiter Hoffmann steckt seinen Kopf rein: Ich könnte nächste Woche in Straßburg Redezeit haben, eine Minute. Allerdings müsste ich zum Thema Kuba sprechen, es gebe am Dienstagabend eine entsprechende Debatte mit der neuen EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas. Kuba? Kein Problem, ich habe die Insel zweimal bereist, einmal sogar mit einer offiziellen TITANIC/PARTEI-Delegation (vgl. TITANIC 2/2002 | Heft kaufen) die Redaktion von Granma international besucht. Aber mit Kallas reden? Ich mag die Kallas nicht. Anstatt Diplomatie zu betreiben, wie es ihre erste Pflicht wäre als höchste diplomatische Vertreterin der EU, hat sie im Ukraine-Konflikt von Anfang an auf Scharfmacherei gesetzt. Die »Lieblingseuropäerin amerikanischer Hardliner« (Freitag) hat kurz nach Beginn des Krieges eine Zerschlagung Russlands in viele kleinere Länder gefordert.
Zugute halten muss man der estnischen Ministerpräsidententochter allerdings, dass sie sich wirklich auskennt: Ihre vermögende Familie gehörte schon zu Sowjetzeiten zur Nomenklatura, und ihr Mann macht auch derzeit noch ausgezeichnete Geschäfte mit Russland …
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