Zum Inhalt springen
Titanic Shop

Billig! Billig! Hier geht's zum Titanic-Shop

Vom Fachmann für Kenner | April 2026

admin

Wirksame Einschlafhilfe

Dem Trendkonzept »Dark Showering« misstraute ich zunächst: Wie soll Duschen im Dunkeln bei Schlafproblemen helfen? Aber es reichten bereits wenige Minuten im Schlafanzug unter dem beruhigend plätschernden Warmwasser aus dem Brausekopf, und als ich mich anschließend in mein bald klatschnasses Bettzeug kuschelte, um mich ganz auf die beginnende Lungenentzündung zu konzentrieren, führte mich das prompt einsetzende hohe Fieber in einen unerwartet tiefen und lang anhaltenden Dämmerzustand, wie ich ihn seit Jahren nicht mehr erlebt hatte. Ich kann’s also nur empfehlen.

Norbert Behr

Irrtum

Ich hatte mal einen Seminarleiter, der das Wort »Seminar« mit einem solch rollenden r aussprach, dass ich immer dachte, er würde über einen Halbkasper sprechen.

Uwe Geishendorf

Alle da

Meine über achtzigjährigen Eltern berichteten vom Besuch eines Klassikkonzertes. Dass es sich um ein Konzert für Kinder handelte, sei ihnen beim Erwerb der Tickets entgangen. Eine schöne Veranstaltung sei es dennoch gewesen, sie hätten sich inmitten der vielen Kleinen sehr wohl gefühlt. Nur einmal habe es einen etwas peinlichen Moment gegeben: Die vom Moderator, der den jungen Konzertbesuchern ein paar musikalische Erläuterungen zu geben hatte, eingangs in den ausverkauften Saal gerufene Frage: »Seid ihr alle da?« sei einzig von ihnen mit einem kräftigen »Jaaa!« beantwortet worden.

Robert Niemann

Unsympathisch leidend

Menschen mit komplizierten Fissuren als arrogant zu bezeichnen, wäre übertrieben. Aber für besonders gerissen halten sie sich schon.

Karl Franz

Wie die Fliegen

In der gut ausgelasteten Regionalbahn stand ich neben einem ernst dreinblickenden jungen Mann in Bundeswehrmontur und mit prallem Seesack auf dem Rücken. Als der Zug im Endbahnhof bremste, geriet der Soldat ins Straucheln, wankte erst nach vorne, dann nach hinten, fiel schließlich um und lag hilflos auf dem Rücken wie ein Maikäfer. »Ein Glück, dass das Putin nicht gesehen hat!« dachte ich in mich hineinschmunzelnd, half ihm auf und salutierte.

Leo Riegel

Ein Argument für Alternativmedizin

Ein Bekannter erzählte mir von seinen einfach nicht enden wollenden bizarren Rücken-Rippen-Schmerzen (ich habe nicht so genau zugehört), derenthalben er bei den Ärzten als hoffnungsloser Fall galt und sogar ein halbes Jahr krankgeschrieben war. Wenig später aber war er wie durch ein Wunder, kurz nachdem er eine für ihre sagenumwobenen Salben berühmte Kräuterhexe am Waldrand aufgesucht hatte, tatsächlich doch ein ganzes Jahr krankgeschrieben.

Cornelius W. M. Oettle

Endlich Kosmopolit

Nachdem ich jahrelang im Ausland deutlich als deutscher Tourist erkennbar war, habe ich nun aus Stilgründen beschlossen, auf die bequeme Kombination von Socken in Sandalen zu verzichten. Aber ein bisschen ätzend ist das schon, wenn ich in Milano, Boston oder Tokio frühmorgens in eine Pfütze trete und dann den ganzen Tag in nassen Strümpfen durch die Stadt latsche.

Valentin Witt

Welt im Spiegel

Neulich vorm Regal im Kaufhaus habe ich mich gefragt, warum sich meine Haare, die ich in einem etwas höher angebrachten Spiegel sehen konnte, gar nicht bewegten, wo ich selbst doch in Bewegung war! Bis ich merkte, dass da gar kein Spiegel hing, sondern auf der Rückseite des Regals ein Spinnenbesen – so ein Staubwedel halt – befestigt war, dessen Bürstenende oberhalb der Regalwand leicht überstand.

Tom Breitenfeldt

Frage ich mich

Sind die Kollegin und ich, die wir uns seit Wochen sonntags joggend im durchaus weitläufigen Park immer an der haargenau gleichen Stelle, aber immer zu unterschiedlichen Uhrzeiten, entgegenkommen und dann wieder voneinander entfernen, ohne dafür auch nur ansatzweise verabredet zu sein, nicht inzwischen befugt, von einem Running Gag zu sprechen?

Steffen Brück

Vorbilder

Ich wollte wie Jim Morrison sein. Als er starb, war ich sechzehn. Danach wollte ich wie John Lennon sein, das ging länger gut.

Uwe Becker

In Aachen

Das Ludwig Forum für Internationale Kunst ist ein wunderschönes Museum. In einem Gebäude im Bauhausstil beheimatet, das wie ein Schiffsbug in zwei tosende Verkehrsachsen hineinragt, fehlt ihm eigentlich nur ein gemütliches Café. Doch das Einzige, was hier heruntertröpfelte, war nicht Filterkaffee, sondern Wasser, und zwar in schwarze Plastikeimer, die in der ganzen Ausstellungshalle verteilt waren, so dass ich erst vermutete, dies wäre Teil einer Installation. Tatsächlich war aber das Dach undicht. Zurück im Hotel las ich ein wenig im Internet zur Geschichte des Ausstellungshauses. Dort fand ich auch ein altes Foto, auf dem das Gebäude mit der Aufschrift »Europas größte Schirmfabrik« warb. So eine Entwicklung hinzulegen, ist wahrlich ein Kunststück.

Burkhard Niehues

Unterschätzte Gefahr in Süddeutschland

Ich dachte bisher, wie viele andere auch, die gefährlichsten Sportarten seien Autorennen und Klettern. Doch wenn ich meinem Vater (81) zuhöre, dann scheint das Schafkopfspiel mit Abstand das riskanteste zu sein. Im Laufe seiner 60 Jahre dauernden Karriere hat er nach aktueller Zählung mittlerweile 17 Sportkameraden verloren. Liegen ähnliche Zahlen auch für Skat vor?

Theobald Fuchs

Liebes Tagebuch,

was genau sind eigentlich Taubheitsgefühle?

Gunnar Homann

Mehr aus dieser Rubrik