Zum Inhalt springen
Titanic Shop

Billig! Billig! Hier geht's zum Titanic-Shop

Vom Fachmann für Kenner | Februar 2026

admin

Köstliche Lektüre

Ganz egal, ob ihnen »Der Richter und sein Metzger« serviert wird oder »Der Tatar der alten Dame«, völlig gleichgültig, ob »Die Pfanne« auf den Tisch kommt oder »Durcheinandermahl«: Schweizer Leser verschlingen nichts so gierig wie die Werke von Friedrich Dürrenmett.

Andreas Maier

In namenlosen Höhen

Ein schwindelerregendes Mysterium waren für mich schon immer gewisse Begriffe aus dem Grenzbereich der an sich schon schwierigen Disziplinen Mathematik, Logik und Philosophie. Schillernd etwa erscheint mir die Unterscheidung der »angewandten Mathematik« von ihrer »reinen« Schwester; oder auch die »praktische Philosophie« im Gegensatz zur »theoretischen«; die »abstrakte« als Steigerung der »konkreten Logik«, etc. pp. Wenn ich über diese Dinge nachdenke, beginnt sich unweigerlich das Innere meines Kopfes zu drehen, immer schneller, bis ich endgültig verwirrt bin. Nicht viel anders jedoch ergeht es mir, wenn ich mich mit meinem Nachbarn über sein Hobby unterhalte: das Musizieren. Er ist ebenso unbegabt wie begeistert dabei, wenn er seine Katzenfell-Conga so intensiv bearbeitet, dass er auf Stunden in einer Wolke aus Staub und Haaren verschwindet. Seine Leidenschaft ist die Improvisation. Mein Nachbar liebt es, in Gemeinschaft einer Horde bekiffter Gleichgesinnter Reggae zu improvisieren. Oder Blues, oder Jazz, oder Polka. Ob Hip-Hop, Walzer, Rock, Punk, Disco oder Punkrock – sie »beherrschen« einfach alles. Doch am allerliebsten, und hier schließt sich der Kreis, sei ihm, meinem Nachbarn, ein ganz besonderer Stil der Improvisation, nämlich die freie Improvisation.

Theobald Fuchs

Neulich im Museum

»Papa, welcher war eigentlich unser Weltkrieg?«

Fabio Kühnemuth

Wiederholung

Lange habe ich gebraucht, bis ich, nach dem Schulwechsel neu und unsicher in der riesengroßen Klasse am Gymnasium, begriff, dass es sich bei Wandsmar – einen Volkmar kannte ich schon – nicht etwa um einen bisher in der Menge noch nicht identifizierten Mitschüler handelte, sondern schlichtweg um die Aufforderung der Englischlehrerin, das eben Gelernte zu wiederholen.

Tom Breitenfeldt

Disclaimer

Ich bin ein Lokalmedium und empfange nur Botschaften von übernatürlichen Wesen aus der Region. Bitte keine unseriösen Anfragen (von außerhalb).

Ronnie Zumbühl

Was das Internet über uns weiß

Die ständige Belästigung durch Wolln-Se-Cookies oder Wolln-Se-keine-Cookies oder Wolln-Se-nur-die-wichtigen-Cookies mal beiseite: Auf die Option »Alles ablehnen und fortfahren« klicke ich dann doch ganz gern.

Stefan Gärtner

Kraft des Gebens

Im Falle meines plötzlichen Ablebens möchte ich nicht, dass das jahrelange Krafttraining umsonst gewesen ist. Deshalb trage ich immer meinen Muskelspendeausweis bei mir, um einem bedürftigen Schwächling ein Leben in Würde zu ermöglichen.

Leo Riegel

Studienberatung

Empirisch belegt scheint mir inzwischen: Voller Bauch studiert nicht gern. Außer womöglich, wenn es gar nicht anders geht, an der Fernuni Hagen.

Mark-Stefan Tietze

Für verfremdungsaffine Theaterleute

Wenn Sie, um Ihr Stück bei einem Theaterfestival zeigen zu können, ein Q&A einbauen müssen, aber keine Lust haben, Fragen zu Ihrem Werk zu beantworten, habe ich einen (von mir erprobten und für gut befundenen) Tipp für Sie: Bezahlen Sie eine Person, die Ihr Stück weder kennt noch gesehen hat, dafür, nach Ende der Inszenierung die Bühne zu betreten und sich den Fragen des Publikums zu stellen. Brecht wäre stolz gewesen.

Markus Riexinger

Im Traum bei Wikipedia gelesen

»In jahrzehntelangen Studien hat Prof. Bernhard Grzimek, Bambi-Preisträger und Gewinner eines Goldenen Bären, Tiermediziner, Zoologe, Verhaltensforscher und langjähriger Direktor des Frankfurter Zoos, zweifelsfrei nachgewiesen, dass es in der Serengeti tatsächlich stark regnete, wenn die Löwenjungtiere am Vorabend ihre Antilope nicht aufgegessen hatten.«

Uwe Becker

Hoffnung 2.0

Im Einklang mit der Geschwindigkeit der modernen Welt vernetzter Computersysteme schaue ich, bevor ich eine Bewerbungsmail zu schreiben beginne, erst mal im Posteingang nach, ob vielleicht schon eine Antwort da ist. Da eine solche logischerweise fehlt, kann ich die Sache guten Gewissens aufgeben. Immerhin habe ich getan, was ich konnte.

Frank Jakubzik

Geschichtsvergessen

»SA war okay, die SS fand ich aber besser.« Freue mich ja grundsätzlich über Kurznachrichten meines jungen Kollegen, aber etwas sorgsamer sollte er dann doch über seinen Urlaub in Sachsen-Anhalt und der Sächsischen Schweiz texten.

Thorsten Mausehund

Kaffee schlägt Döner

Wenn andere Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr geruchsintensives Essen oder Trinken auspacken, gibt das nur selten Anlass zur Freude. Rohe Zwiebeln, fettiges Fleisch, auf den Boden tropfende Knoblauchsoße: Lange stand der Döner an der Spitze meiner persönlichen Rangliste olfaktorischer Belästigungen – bis ich eines Abends, erschöpft vom langen Tag, in die Berliner Ringbahn stieg. Kurz vor Mitternacht erwartete mich dort eine Gruppe junger, nüchterner und vollkommen unauffällig gekleideter Expats, in ihren Händen frische Süßstückchen und duftende Kaffees. Ich ärgere mich bis heute wahnsinnig über diese Dreistigkeit.

Patrick Volknant

Gekauft

Dass Immobilienmaklerinnen zu Psychotherapeutinnen umschulen, geschieht vermutlich eher selten, aber wenn, dann lauten die drei wichtigsten Faktoren für den Behandlungserfolg gewiss: Gemütslage, Gemütslage, Gemütslage!

Norbert Behr

Lautere Absichten

Um nachts nicht mehr ewig wachzuliegen, habe ich es mit Einschlaftee, Melatonin-Gums und Meditation versucht. Alles ohne Erfolg. Jetzt gehe ich einen ganz anderen Weg und versuche mir das Schnarchen anzugewöhnen. Der Trick ist so simpel wie genial, denn jeder, der sich mit einem Schnarcher das Bett teilt, kann bestätigen: Die schlafen immer als Erstes ein.

Loreen Bauer

Mehr aus dieser Rubrik