Deutschland schlafft sich ab (aus dem Aprilheft)
Bumsrepublik Deutschland? Von wegen! Die Generation Z treibt »es« seltener und später als die Generationen vor ihr. Das schmeckt der traditionell sexpositiven deutschen Öffentlichkeit gar nicht. Damit wieder Hochkonjunktur in der Unterhose herrscht, erklären die Alten hier, wie’s gemacht wird.
Ilse Sch. (83)
Als unsereins jung und rollig war, war die Besteigung des Lustgipfels noch Ausdauersport. Nicht wie heutzutage, wo Frollein mit einem modernen Sexualtoy in drei Minuten fertig ist. Erotik fand bei uns zuallererst im Kopf statt. Damals gab’s noch keine ferngesteuerten Squirt-o-maten, wir mussten mit dem kreativ werden, was wir zu Hause hatten.
Wenn der Bernd morgens zu seiner Schicht im Kolonialwarenladen aufbrach, begann mein Schäferstündchen mit der Buttermaschine. Oder der Heißmangel. Oder dem Wählscheibentelefon, dem Fleischwolf, der Trockenhaube oder dem Wagenheber. Später kam dann der Stramme Max 3000 auf den Markt und entfachte das Feuer der Leidenschaft in mir, leider ebenso die Gardinen im Schlafzimmer – der freche Massagestab sprühte allzu oft unkontrolliert Funken, und im ganzen Viertel fiel der Strom aus. Dann standen die Nachbarsfrauen im Bademantel und mit zerzausten Haaren auf der Matte und fuchtelten mit ihren erkalteten Strammen Maxen 3000 herum. Cringe!
Jedenfalls ist es ja kein Wunder, wenn die jungen Leute nicht mehr gemeinsam die Koje zum Wackeln bringen: Die neumodischen Apparate funktionieren einfach zu gut! Deshalb gibt es auch keinen Nachwuchs mehr und wir müssen die ganzen Eritreer und Jugoslawen ins Land lassen. Tschüs, Eure Ilse!

Heinz S. (63)
Wenn man im Jahr 2026 eine 18jährige im Club antanzt, bekommt man sofort ihren Wildberry Lillet ins Gesicht. Wie soll da noch Intimverkehr zustande kommen?
Ich habe es immer wieder versucht, um zu überprüfen, ob an dem Gegreine der jungen Männer was dran ist. Habe Komplimente gemacht, die Augenbrauen tanzen lassen und in Wangen gekniffen, nur um es mir am Ende frustriert auf dem Diskothekenklo selbst zu besorgen. Das mag erbärmlich klingen, aber ich werde nicht damit aufhören. Oh, wen haben wir denn da?
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