Jubelt, Perser! (aus dem Aprilheft)
Szenario 1:
»Tut Trump diesmal das Richtige?« titelt die Zeit schlau. Diese Frage kann nach fünf Wochen endlich klar beantwortet werden: Ja.
Während noch darüber diskutiert wird, ob Israel und die USA mit dem Angriff das Völkerrecht gebrochen haben und/oder planlos agieren, verfolgen sie in Wahrheit einen wasserdichten Plan: alles in Schutt und Asche zerstäuben, hochkompetente Marionettenregierung einsetzen, große Demokratiesause vor dem Teheraner Freiheitsturm mit den Village People und Nicki Minaj.
Der Iran startet in eine goldene Zukunft: Der Bitcoin wird als offizielle Landeswährung eingeführt, Niederlassungen von Palantir, SpaceX und Meta siedeln sich an, Israel installiert den Iran Dome, Deutschland steuert eine »Zeit für Brot«-Filiale zur Stabilisierung der Region bei. Das prosperierende Land entwickelt sich zur Riviera des Persischen Golfs.
Szenario 2:
Weil die iranische Armee weiter wahllos auf benachbarte Golfstaaten ballert, werden Tausende von Influencern aus ihrer Heimat Dubai vertrieben. Für viele beginnt eine Staycation-Odyssee durch unpersönliche Spas und karg möblierte Sternehotels, immer dorthin, wo keine iranischen Bomben die Instastorys stören.
Die Hyaluronvorräte für die von Heimweh zerfurchten Gesichter gehen zur Neige. Während der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen das Elend ignoriert, springt Ruanda in die Bresche, bietet Asyl und lockt mit einem Einkommensteuersatz von null Prozent.
Fiona Erdmann postet überglücklich: »Ruanda ist eine sichere Stadt und der Sahel das schönste Land der Welt! Jetzt 10 Prozent sparen bei Malariacreme mit dem Code ›DubaiMyAss10‹.«
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