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Aus dem aktuellen Maiheft: Jürgen Habermas im Interview

admin

Er ist ein Urgestein der Kritischen Theorie, freier Mitarbeiter des Ukraine-Ressorts der SZ, und seine Bücher werden in etlichen Ländern der Welt zu lesen versucht – auf einen Plausch mit Jürgen Habermas

Herr Habermas, können Sie noch einmal kurz Ihre Theorie des kommunikativen Handelns zusammenfassen?

Nein.

An den Experten: Stimmt es eigentlich, dass man nicht nicht kommunizieren kann?

Käme auf einen Versuch an, aber jetzt bin ich ja extra hierher gekommen.

Stimmt natürlich. Dann legen wir mal los: Was bleibt denn in Zeiten von Propaganda und Trump eigentlich von Ihrem Denken übrig?

Nun, ich gehe in meiner Theorie des kommunikativen Handelns ja auf den Begriff der Rationalität, um genauer zu sein, auf …

Bitte kürzer, sonst verlieren wir die Leute.

(seufzt) Kommunikation … 

Top! Danke. Stichwort Kommunikation: Nutzen Sie eigentlich die sozialen Netzwerke?

Ich habe es versucht, vor einigen Jahren schon, wurde dann allerdings von Axel Honneth mit Freundschaftsanfragen und Nachrichten bombardiert. Ich habe ihn dort bis heute nicht als Freund anerkannt.

Wie wird sich die Welt durch KI verändern?

Man wird künftig in Windeseile dicke Wälzer voller windiger Theorien über etwa Kommunikation und Aushandlungsprozesse innerhalb einer Gesellschaft erstellen können. So gesehen hätte ich natürlich wirklich Besseres mit meiner Zeit anfangen können …

Zum Beispiel?

Drachenfliegen, Tätowieren lernen oder noch mal in Ruhe die »Dialektik der Aufklärung« lesen.

Und jetzt? Wie geht es Ihrer Einschätzung nach denn nun weiter mit Europa?

Es ist nicht weniger als eine historische Situation, vor der wir stehen, darüber müssen wir uns im Klaren sein. Eine Situation, die uns noch einmal alles abverlangt: Wir müssen die Ukraine retten und gleichzeitig auch meinen Ruf. Ich für meinen Teil sehe da mal wieder mindestens weitere 700 Seiten vor mir.

Schönen Dank.

Allerdings.


Das Maiheft gibt an jedem Bahnhofskiosk, im Onlineshop (Print, PDF oder in der App) – oder am besten: mit Prämie im Abo!

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