Die bessere Antwort #13

Hilfe, ich habe mein Neugeborenes an einem riesigen Heliumballon befestigt und nun steckt es in unserer Eiche fest. Was soll ich tun? Bitte um schnelle Antwort, meine Frau kommt gleich nach Hause. (Anonym)
Das Einzige, was ich über Säuglinge weiß, ist, dass sie viel von einem abverlangen. Sie wollen z. B., dass man ständig ihren Kopf stützt. Ich hoffe, Sie haben das bedacht, und den Heliumballon so angebracht, dass sein Kopf nicht abbricht. So aus der Ferne könnte ich nämlich nicht auf Anhieb sagen, mit welchem Kleber man den wieder anbringt. Ansonsten könnte ich Ihnen raten, zu versuchen, Ihr Neugeborenes mit einem ferngesteuerten Flugzeug oder einer Drohne zu befreien, aber richtig fühlt sich das für mich nicht an.
Die Feuerwehr zu rufen ist in Ihrem Fall zu peinlich, logisch. Außer Sie können nachvollziehbar erklären, was ein Säugling in einer Eiche zu suchen hat. Schnuller wachsen da nämlich nicht. Sie könnten sich auch erst mal mit ausgestreckten Armen unter Ihrem Kind positionieren und auf einen kräftigen Windstoß hoffen. Aber ganz ehrlich – auch das empfinde ich als falsch. Sie wissen doch eigentlich schon, was zu tun ist. Jetzt müssen Sie nur Ihre Frau davon überzeugen, dass es Ihr Säugling besser hat, wenn er erst mal in der Eiche bleibt.
Verstehen Sie das gerne als persönlichen Angriff. Sie wirken auf mich wie jemand, der nicht aus seinen Fehlern lernt. Jetzt ist Ihr Säugling noch in der Eiche hängengeblieben, aber retten Sie ihn jetzt, muss er beim nächsten Mal via Stratosphärensprung sponsered by Red Bull zurück auf die Erde kommen. Horror. Dann soll er doch lieber mit Elstern in einer Eiche leben, die sogar den Spiegeltest bestehen, also vielleicht ein Ich-Bewusstsein haben. Wie Sie also, nur dass Vögel ihre Kinder nicht an Heliumballons festbinden.
Sehen Sie es als Chance: Alle modernen Eltern möchten doch, dass ihre Kinder etwas Besonderes werden. Als ob es Zufall war, dass Ralph Caspers im indonesischen Dschungel aufgewachsen ist. Natürlich war es das Ziel seiner Eltern, dass er irgendwann Quarks moderiert. Ihr Kind kann später erzählen, dass es in der Lage ist, Nester zu bauen und zielsicher auf die Köpfe von Passant:innen zu kacken – tja, dann ist es plötzlich nichts Besonderes mehr, dass der kleine Jonathan einmal einen Debattierwettbewerb auf Mandarin gewonnen hat.