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Die bessere Antwort #25

admin

Ich möchte unbedingt Teil meiner absoluten Lieblingssendung »Aktenzeichen XY« werden. Darf ich dafür jemanden ermorden?

Was habe ich Ihnen getan, dass Sie mich in so eine Situation bringen? Bin ich Ihnen mal in die Hacken getreten oder habe ich Sie bei Kleinanzeigen mit gefälschten Roland-Kaiser-Tickets betrogen? Beides mache ich häufiger, deshalb frage ich. Sie hätten wohl gerne, dass ich auf Ihre kleine Racheaktion reinfalle. Dass ich Ihnen die Erlaubnis erteile, Ihren Nachbarn zu erwürgen, und mich damit mitschuldig mache. Nein, danke. Es ist IHR Traum, von Rudi Cerne mit einem unvorteilhaften Fahndungsfoto vorgeführt zu werden, nicht MEINER.

Außerdem wäre ich schön blöd, wenn ich riskierte, aus meiner Doppelkopfrunde ausgeschlossen zu werden. Als Mitglied einer solchen Runde muss ich zuverlässig zu Terminen erscheinen, und das geht nicht, wenn ich nicht aus dem Haus kann, weil Rudi Cerne in meinem Vorgarten auf mich wartet. Ich würde Ihnen ja raten, stattdessen lieber einmal über Rot und hinterher in den Untergrund zu gehen, aber das ist zu wenig, dafür wird sich der werte Rudi Cerne nicht interessieren. Daher halte ich mich in Bezug auf Ihre Frage lieber bedeckt.

Ich möchte mich zu einem anderen Aspekt äußern. Mir stößt sauer auf, dass es Leute gibt, die sagen werden: »Wow, echt krass, wie weit diese Person geht, um bei ihrer Lieblingssendung mitzumachen.« Oder wahlweise nur: »Respekt«, begleitet von einem anerkennenden Nicken. Ich würde das niemals sagen. Na klar, Sie müssten harte Konsequenzen fürchten, wenn Sie Ihren Plan durchziehen, vielleicht sind auch Sie Teil einer Doppelkopfrunde. Trotzdem bekommen Sie von mir keine Anerkennung dafür, dass Sie vor allem auf der Flucht sein müssen.

Ihr Foto wird in der Sendung gezeigt, ja, und Ihre Körpergröße vorgelesen, na gut, aber währenddessen sitzen Sie bestimmt am Strand und essen Matjes. Ich hingegen habe mich der Öffentlichkeit gestellt, als ich an meiner Lieblingssendung »Goodbye Deutschland« teilgenommen habe. Auch ich bin geflohen, nach Phuket, als politisch Verfolgte des bürokratischen Wirrwarrs, wie ich gerne sage. Bei mir konnte aber jede:r mitverfolgen, wie ich belogen und betrogen wurde und immer wieder auf die Fresse gefallen bin. Machen Sie mir das mal nach.

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