»Ich wandele immer auf meinen eigenen, ganz und gar unverwechselbaren Spuren.« (aus dem Februarheft)
Vor 36 Jahren erfand Helmut Kohl die Einheit und den europäischen Gedanken. Zum Jubiläum haben wir ihn mit Hilfe von Zeit-Journalistik und KI zum Leben erweckt. Da wir aber der offiziellen Biografie nicht glauben können, mussten wir die Wendekanzler-Simulation mit anderen Werken zum Leben erwecken, die wir im Darknet finden konnten: Hannelore Kohls Biografie »Kulinarische Reise durch deutsche Lande« und das Buch seiner guten Freundin Beatrice Herbold, »Geliebte Freundin – meine geheimen Jahre mit Helmut Kohl«. Wenn einer weiß, wie man mit der Polykrise 2026 umgeht, dann er.
TITANIC: Guten Tag, Herr Kohl.
Kohl: Mahlzeit!
TITANIC: Herr Doktor Kohl, ist es hart für Sie, dass wir Sie im Jahr 2026 von den Toten auferwecken?
Kohl: Was soll das heißen, ich bin tot? Haha! Spaß! Beatrice betonte oft, wie viel Humor ich hatte. Früher, vor der Spendenaffäre, bevor ich so schwierig wurde und ich – entschuldigen Sie – komplett verschissen habe. Ich erinnere mich noch, als ich sie das erste Mal sah, damals in einem Hotel. Unsere Nächte zusammen in der Sauna, diese schwitzige Leidenschaft.
TITANIC: Ganz schön prickelnd. Aber nun Tacheles: Ein Unmensch an der Spitze der Union, die Regierung so unbeliebt wie nie, immer mehr Arbeitslose, die Wirtschaft vor dem Kollaps, der Sozialstaat vollends verramscht. Wie sehen Sie Ihre Partei?
Kohl: Ja, wir haben damals in den 90ern viel richtig gemacht.
TITANIC: Es geht um die Union heute unter Merz!
Kohl: Ach so. Verzeihen Sie. Ich bin manchmal nicht ganz bei mir. Vor allem, weil ich noch immer an sie denken muss. Mit ihren sinnlichen Kurven. Mein Mädel. Sie machte mir damals immer Rotkohl, Rindsbraten und Klöße, wenn ich sie in Frankfurt besuchte. Es war ein Fehler, dass ich mich damals, nach zehn Jahren Beziehung, nicht mehr gemeldet habe. Unentschuldbar. Spendenaffäre hin oder her.
TITANIC: Herr Kohl, die Politik! Merz, Deutschland! 2026! Die AfD überholt die Union bald, und wenn es zu einer Neuwahl kommen sollte, sieht es schlecht aus. Die Wirtschaft droht unterzugehen. Dann war es das mit Baddabing-baddaboom, Wohlstand und der 2004 von der Rockband Juli vielfach beschworenen »geilen Zeit«!
Kohl: Solche Horrorszenarien erinnern mich an die dunkelsten Jahre Deutschlands: Rot-Grün unter Gerhard Schröder.
TITANIC: Da gebe ich Ihnen ja vollkommen recht, aber was würden Sie denn nun dagegen unternehmen?
Kohl: (gerührt) Einen Schritt zurück tun. Deutschland war schon immer ein Land mit zwei Gesichtern. Das eine: sanft und zart. Ähnlich einem Kalbsbraten in Senfsoße aus der Pfalz – hier sollten Sie 3 EL heiße, geklärte Butter und 2 Eigelb nicht vergessen. Das andere: bitter wie ein Sauerbraten. Man muss dieses Land einfach lieben. Genauso wie ich Beatrice.
TITANIC: (genervt) Zurück zur Innenpolitik.
Kohl: Sie haben ja recht! Also: Den Merz würde ich langmachen, gut durchklopfen, über Nacht in Paprika einlegen, panieren und bei 140 Grad 90 Minuten garen, bis er gut durch ist.
TITANIC: Das funktioniert so nicht. Wir brauchen den echten Wendekanzler mit Weitsicht.
Wir müssen weitere Bücher in die KI einspeisen. Also laden wir uns die Biografie seines Sohnes Walter herunter, »Leben oder gelebt werden: Schritte auf dem Weg zur Versöhnung«, und pressen sie in die Simulation wie Schweinefleisch in einen Saumagen.
Das vollständige Interview lesen Sie in der Februarausgabe.