Briefe an die Leser | Juli 2025
Gepriesen seist Du, »Fachverband Außenwerbung«!
Mit der Kampagne »Außenwerbung macht’s möglich!« machst Du derzeit Werbung für Deine Werbung. Zu diesem Zweck zeigst Du verschiedene gemeinnützige Organisationen, die sich bei Dir dafür bedanken, dass sie mithilfe Deiner Werbeflächen im Stadtbild sichtbar sind. Die Hamburger Tafel sagt Dir »Danke für 40 000 satte Menschen in unserer Stadt«, und eine Betreuerin des Jugenderholungswerks dankt Dir gar »für die strahlenden Kinderaugen«. Auch wir wollen Dich lobpreisen und Dir huldigen, o Fachverband. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit und so weiter.
Kniet vorsichtshalber nieder: Titanic
Und Du, »Brigitte«,
versorgst uns in Deiner hochseriösen Netzrubrik »Liebe/Persönlichkeit/Psychologie« regelmäßig mit neuesten Erkenntnissen, die Du Dir zusammengegoogelt zu haben scheinst, und kleidest das sehr catchy in wunderbare Fragen für den labilen Seelenhaushalt: »Wenn du diese Dinge täglich tust, zerstört das deine Selbstachtung.« Es folgen »Dinge« wie Jammern, Beschweren, Um-Hilfe-Bitten, Aufgeben usw.
Vergessen hast Du dabei, werte Brigitte, allerdings das zerstörerischste »Ding« für jegliche Selbstachtung: Brigitte lesen.
Hochachtungsvoll Titanic
Sie, seltsamer US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr.,
haben, wie wir Tagesschau.de entnehmen, alle 17 Mitglieder des Advisory Committee on Immunization Practices (ACIP), eines wissenschaftlichen Beratungsgremiums, das über die Zulassung von Impfstoffen mitentscheidet, abberufen und seien »bereits dabei, neue Mitglieder als Ersatz zu suchen«. Als großer Freund von Verschwörungstheorien sollten Sie dabei unbedingt auch deutsche Koryphäen wie Nena, Xavier Naidoo, Attila Hildmann oder – sie sei Ihnen besonders ans Herz gelegt – Sahra Wagenknecht berücksichtigen und sofort und für immer ins ferne Amerika beordern. Wir hätten Ruhe und Sie den Sachverstand! Win-win!
Schickt Ihnen auch gerne eine Liste mit weiteren Namen: Titanic
Vorbildlich, Booking.com,
der zackige Befehl »Versammeln Sie die Truppe!« in der Headline Deines Newsletters als hipper Beitrag auf dem Marsch zur allgemeinen »Kriegsertüchtigung«! Und schon machen Truppenbewegungen per Flieger zum Häuserkampf um Ferienwohnungen oder Nahkampf am Hotelbuffet und Gefechte um Pool-Liegen die »schönsten Wochen des Jahres« endgültig zum Manöver für die ganze Familie in kurzfristig besetzten Gebieten!
Darob nicht stramm- und stillgestanden, sondern sogleich dezent weggetreten: Titanic
Und Sie, Joe Laschet,
können einem gleich aus mehreren Gründen leidtun. Denn Sie sind nicht nur Mode-Influencer und Ryan-Gosling-Double, sondern auch der Sohn von Politiker-Papa Armin. Und da dieser »immer wieder aufsteht«, sei er, allen Niederlagen und Peinlichkeiten zum Trotz, stets ein Vorbild geblieben. »Das nehme ich auch als Inspiration für mein Leben mit«, sagten Sie der Deutschen Presse-Agentur und führten weiter aus: »Wenn etwas mal nicht so gelaufen ist wie erhofft – dann ist es halt so. Dann geht es weiter.«
Dass das Anspruchsniveau im Hause Laschet tendenziell tiefer hängt als eine alte Van-Laack-Anzughose, hatten wir uns beinahe schon gedacht. Aber dass Ihnen bereits ein regelmäßiges Aufstehen genügt, um Vorbild zu sein, finden wir geradezu rührend. Wenn Sie jetzt noch rauskriegen, dass Papa auch vortrefflich atmen, rumstehen und dumm aus der Wäsche gucken kann – dann bonden Sie beide vielleicht noch mehr!
Schön, dass wir helfen konnten. Titanic

So so, stellvertretender »Bild«-Chefredakteur Timo Lokoschat!
In Ihren »10 Wahrheiten über Gaza, die man derzeit nicht hört« schreiben Sie unter Punkt 8 (»Hamas ist nicht die Bevölkerung? Leider ist es komplizierter«) angesichts der jubelnden Menschenmengen über das Massaker am 7. Oktober 2023: Gaza »braucht Befreiung, Entgiftung. Eine politische Entnazifizierung – wie Deutschland nach 1945«. Mit anderen Worten: In den Ministerien, Verwaltungsbehörden, Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturbetrieben des »neuen« Palästina werden dieselben Hamas-Unterstützer/innen hocken wie zuvor, und kein/e Palästinenser/in will später vom Judenmord etwas gewusst haben.
Erteilt Ihnen ganz unkompliziert Nachhilfe in Nachkriegsgeschichte: Titanic
Klopf, klopf, »Deutsche Welle«!
Was lesen wir da zur Telefondiplomatie auf Deiner Startseite? »Trump und der Papst sprechen mit Putin«. Das klingt ja wie der Anfang eines schlechten Witzes. Und endet dann leider auch so, nämlich: ohne Pointe.
Hat entsprechend wenig zu lachen: Titanic
Hä, »RBB«?
»Halbnackt vor Kontrollmonitoren sitzend, die Beine teils gespreizt. Diese Art übersteigerter Sexiness soll Programm bleiben«, berichtetest Du verdrossen vom Berliner Konzert der Pop-Sängerin Tate McRae und dem dazugehörigen Video-Intro. Was uns wiederum vor die Fragen stellt: Sprechen nur teils gespreizte Beine nicht eher für Zurückhaltung? Ab welchem Winkel gelten Beine für Dich als vollständig gespreizt? Und: Wie krass übersteigert sexy wäre das?
Es grübeln Deine Lustmolche von Titanic
Neue Bundesbauministerin Verena Hubertz (37, SPD)!
Als vormalige Gründerin einer Rezeptseite im Netz (»Kitchen Stories«) planen Sie total Irres für Ihr Ministerium, wie Sie der Frankfurter Rundschau berichteten: »Ich habe mir vorgenommen, etwas Start-up-Spirit reinzubringen.«
Den Unterschied zwischen den Institutionen skizzierten Sie so: »Ein Ministerium ist eher ein Tanker, ein Start-up ist im Vergleich dazu ein Speed-Boat. Bei einem Start-up geht es darum, voranzugehen, dranzubleiben und pragmatische Lösungen zu finden.« Also zum Beispiel Obstschalen in die Kantine und Tischkicker in den Pausenraum zu stellen, nicht wahr?
Vor allem jedoch eines scheint Ihnen wichtig zu sein: »Wo gebaut werden soll, muss es einfach schneller gehen«, »Wir müssen jetzt richtig was tun, um den Bau anzukurbeln«, »Ich finde, wir müssen jetzt einfach mal mutig sein und die Dinge schnell vorantreiben«. Und natürlich wollen Sie in den ersten 100 Tagen einen »Wohnungsbau-Turbo« vorlegen.
Bei all der kinetischen Energie, die Ihre Vorhaben verströmen, fragen wir uns allerdings, warum Sie ausgerechnet das Ministerium bekommen haben, das sich um die statischen, leblosen Immobilien kümmert – und nicht das für den temporeichen, turbulenten Verkehr.
Steigt in die Eisen und rast Ihnen davon: Titanic

He, Rexona-Deo »Maximum Protection«!
Du bist der »stärkste Rexona-Schutz gegen Schweiß und Körpergeruch«, und zwar »für bis zu 96 h – selbst unter extremen Bedingungen«.
Deren erste wäre, dass vier Tage lang die Dusche kaputt ist?
Dein stärkster Schutz gegen Scheiß und Marketinggeruch Titanic
Sie hingegen, Gewerkschaftlerin Magdalena Krüger,
haben als Verhandlungsführerin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten den Warnstreik in einer Ludwigsburger Dönerfabrik verteidigt. Mit der Arbeitsniederlegung wolle man den laufenden Tarifgesprächen »einen Schubs geben«, ließen Sie wissen – und fanden damit die unserer Meinung nach perfekten Worte. Von »den Spieß umdrehen«, von »Säbelrasseln« oder davon, den Verhandlungspartner zu »grillen«, sollte ja eben nicht die Rede sein, solange der Arbeitgeber die Forderungen seiner Beschäftigten zurückweist!
Da kann man sich ein Scheibchen abschneiden, findet Titanic
Zu viel Sex, Howard Carpendale,
ist mit Ihren nunmehr knapp 80 Jahren vermutlich nicht mehr Ihr Problem, bzw. dann eben doch wieder: Wie Sie im Podcast »Hotel Matze« ausführten, ist nämlich der respektable Schlager durch Ihre Kollegin Helene Fischer korrumpiert bzw. »infiziert« worden. Sie fanden noch die Zeit, im selben Atemzug die Stirn Ihres üppig durchgebügelten Gesichts zu runzeln ob der vor die Hunde gehenden »Natürlichkeit« der Branche, waren dann aber schnell wieder bei Frollein Fischer, der Sie mit puritanisch ummäntelter Lüsternheit nachsülzten: »Helene, ich liebe dich, du bist ein so geiler Mensch. Du bist sexy, ich glaube, kein Mann würde dich ablehnen.« Jedoch: »Du darfst nicht Sex auf der Bühne verkaufen. Du kannst gern mal dieses Thema anfassen, aber nicht nasse Haare und kaum Kleidung. Ich weiß, wie geil das für dich sein muss, aber es ist nicht, wie die Leute dich sehen.« Na ja, einer schon, nicht wahr, Howie?
Aber sagen Sie: »Das schöne Mädchen von Seite 1«, dem Sie vor einem halben Jahrhundert in Ihrem Hitversuch nachgeiferten, war dann vermutlich nicht das Playmate des Monats, sondern die damalige Familienministerin Käte Strobel, oder?
Schon länger nicht mehr geil auf Sie: Titanic

Genug, sächsischer Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU),
haben Sie von Klimazielen, die sich irgendwelche Wissenschaftler/innen ausgedacht haben, ohne vorher mal bei Ihnen oder Deutschland durchzuklingeln. »Es reicht, wenn Deutschland 2050 klimaneutral wirtschaftet«, sagten Sie daher nun der Wirtschaftswoche. Und das, Kretschmer, ist völlig richtig. Denn je schneller die Klimakatastrophe voranschreitet, desto schneller hat es sich mit irgendeinem Land erledigt; und, was noch viel besser ist, auch mit Ihnen. Titanic
Liebe Paderborner Katholiken,
wir können Eure Empörung nicht verstehen. Ja, zum Festakt »1250 Jahre Westfalen« tanzte eine Performance-Gruppe mit Tiefkühlhähnchen in Babywindeln vor dem Altar des Paderborner Doms herum. Aber Ihr stört Euch doch auch sonst nicht daran, dass irgendwelche Gockel hinter dem Altar stehen und frostige Stimmung verbreiten. Und Windeln tragen die unter ihren Messgewändern doch auch!
Es ist also gar nichts Besonderes passiert, findet in streitschlichtender Absicht: Titanic
Nur, weil wir Fans sind, »Arte«,
tun wir die Tatsache, dass Du einem Video, in dem es um Mittelamerika und die Umbenennung des Golfs von Mexiko geht, »Trumps Mittelmeer-Strategie« auf den Thumbnail schreibst, mal nicht als peinlichen Fauxpas ab, sondern als clevere Anspielung auf Trumps Selbstsicht als allmächtiger antiker Kaiser.
Aber Vorsicht! Zu viel Kritik hat bisher keinem Kaiser gefallen. Nächstes Mal also lieber richtig, warnt großzügig: Titanic
Die Zeichen der Zeit, Tagesschau.de,
hast Du offensichtlich erkannt und die Diskussion um die Abkehr vom Achtstundentag mit der Überschrift »Wie viel Arbeit verkraftet der Mensch?« versehen.
Finden wir vorbildlich, dass Du damit so ehrlich zeigst, worum es bei der ganzen Diskussion geht: nämlich nicht darum, wie viel Arbeit mit einem guten Leben kompatibel ist, sondern einzig, wie viel Leistung man aus einem Menschen rauspressen kann, bevor er zusammenklappt.
Deine Arbeitsrechtler/innen von Titanic
Genau so, Sarah Wedl-Wilson,
neue Senatorin für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt in Berlin, wie Sie Ihr Verhältnis zu Ihrem Vorgänger Joe Chialo beschreiben, blicken auch wir auf die Welt. »Eine Zusammenarbeit mit Herrn Chialo hat es in diesem Sinne nie gegeben«, sagten Sie dem Spiegel betreffs der Kürzungen im Berliner Kulturhaushalt, derentwegen es einen Riesenärger gab, der schließlich zum Rücktritt von Chialo führte. Und richtig, der Mann war schließlich nur Ihr Chef und Sie Staatssekretärin, wie sollten Sie da überhaupt mit ihm zusammenarbeiten?
Außerdem erklärten Sie: »Wir hatten eine ganz unterschiedliche Auffassung davon, was Zusammenarbeit heißt, sowohl was die Arbeit hier in der Senatsverwaltung betrifft, als auch die Arbeit mit der Kulturszene.« Was nur allzu verständlich ist. Denn wer hätte es je erlebt, dass Chefs irgendetwas können, außer unterschiedliche Auffassungen zu haben? Ein wenig beschleicht uns nach Ihrer »Ich war es nicht, sondern der«-Verteidigung die Ahnung, dass diese Ausrede hiermit verbraucht ist. Außer vielleicht für Ihren neuen Staatssekretär. Vielleicht haben Sie auf den mal besser ein Auge, wenn Sie überhaupt irgendwie zusammenarbeiten, raten Ihre Kulturkarrierecoaches von der Titanic
Momentchen mal, Goldschakal!
Was mussten wir da lesen: Man darf Dich seit Neuestem auf Sylt abschießen? Die Schnöselinsel will Dich und Deine Artgenossen aus dem Weg räumen, weil Ihr Goldies mehr als 90 Lämmer gerissen habt?
Mal unter uns: Wie blöd muss man eigentlich sein? Es gibt so viele Landstriche in Deutschland, wo man über solch edlen Besuch wie von Dir, Goldschakal, froh gewesen wäre. Abgehängte Gegenden wie Gelsenkirchen, Duisburg oder Niedersachsen reißen sich doch um Premium-Heuler wie Dich! Da hat man, wenn überhaupt, ein paar Silberreiher, Rostgänse oder Schmutzgeier im Angebot.
Aber Gold zu Sylt verhält sich halt wie Blech zu München. Wir wünschen Dir und dem Umweltminister Tobias Goldschmidt auf jeden Fall viel Glück in den kommenden Monaten. Und schau doch bei der Gelegenheit mal im Pony Club nach dem bzw. den Rechten. Titanic

Du, Haribo,
machst jetzt auch Kiffer froh – zumindest in den Niederlanden. Wie ein Sprecher der dortigen Behörde für Lebensmittel- und Produktsicherheit (NVWA) bestätigte, wurde in Deinen »Happy Cola«-Fläschchen nicht nur Cannabis nachgewiesen, im Sinne der Kundenfreundlichkeit liefertest Du die Tüte auch gleich mit.
Kichert: Titanic bzw. Timafra
Irritiert, »11 Freunde«,
hat uns Deine Überschrift zu einem Porträt des Profifußballers Hakan Çalhanoğlu von Inter Mailand: »Das Tier im Abfluss«. Klar, eine ausgefallene Headline soll den Leser in den Text ziehen, so geht das im Journalismus. Nicht nur wegen der Bezahlschranke haben wir uns jedoch nicht reinziehen lassen, bieten Deinem »Magazin für Fußballkultur« aber noch ein paar Headlines für weitere Porträts über Fußballer an – und das für umme: »Das Einhorn im Aktenvernichter«, »Der Marsmensch im Aschenbecher«, »Der Architekt im Tiefkühlfach« oder »Das Stiefmütterchen im Enddarm«.
Gerne.
Deine Headline-Profis auf der Titanic
Wieder einmal, Markus Lanz,
ist Ihnen in Ihrer TV-Sendung der Kragen geplatzt. Was ständig zu passieren scheint, glauben wir den einschlägigen Pressemeldungen am Tag darauf: »Markus Lanz platzt der Kragen«, »Mitten in der Sendung platzte Markus Lanz der Kragen« – so geht das schon seit Jahr und Tag. Mal sind es die Alten (»Alle wollen alt werden, niemand will alt sein. Ihr seid alt, findet euch damit ab!«), dann die Jungen (»Guavendicksaft-Truppe!«), alle dazwischen ebenso (»Hafermilch-Gesellschaft«), die Ihnen den Kragen platzen lassen.
»Sind wir zu empfindlich?«, »Können wir (noch) Krieg?« und: »Wo soll das alles enden?« Ja, genau: Wo soll das alles enden, mit Ihnen und Ihrer notorischen Kragenplatzerei? Die Kragenplatz-Themen werden einfach nicht weniger. Sicher gibt es in der zuständigen Redaktion beim ZDF mittlerweile Ihretwegen eine(n) Kragenplatzbeauftragte(n), der/die Ihr ganz persönliches Kragenkontingent unter Kontrolle hat. Was das die Gebührenzahler/innen kosten mag – allein Ihre vielen Kragen (Krägen?) und deren Entsorgung. Haben Sie, Markus Lanz, daran in letzter Zeit mal gedacht? Und ans Aufhören?
Des Kragens, äh, Klagens müde: Titanic
Sie, Wolfgang Grupp,
haben im ZDF Ihr wie stets staunenswert grob gewirktes Weltbild aus Patriarchat, Menschenfeindlichkeit und Unternehmertum ausbreiten dürfen: »Es gibt Ärzte, die sinnlos krankschreiben.« Folglich hätten Sie deshalb auch schon jedem Arzt im näheren Umkreis »einen satten Brief geschrieben« und plädieren dafür, im Krankheitsfall den Lohn auf 80 Prozent zu kürzen, denn »wer krank ist, braucht auch weniger«.
Ganz genau! Und wer tot ist, braucht noch weniger. Aber das traut sich in unserem kranken Land wieder keiner zu sagen!
Schreibt auch gern satte Briefe: Titanic
Meinst Du wirklich, »re:publica«?
Unter dem Titel »Von der Journalistin zur Content Creatorin – Wie guter Journalismus Social Media retten kann!« musste die Videoproduzentin Sanaz Saleh-Ebrahimi bei Dir einen Vortrag halten. Das wirft bei uns Fragen auf: Wenn Frau Saleh-Ebrahimi doch von der Journalistin zur Klickverkäuferin umgeschult hat, wie kann sie dann noch Social Media retten? Oder sollte ihr Beitrag ein mahnendes Beispiel sein und Journalist/innen ermutigen, darüber aufzuklären, wie ehemals unabhängige Kolleg/innen in die Fänge der Vermarktungsmaschine Content Creation geraten? Wäre bestimmt ein Thema, das sich gut auf Social Media ausschlachten ließe!
Wissen Deine Fun-Content-Creators von Titanic
Du hingegen, Sven-Oliver Schibat,
resümierst unter der Rubrik »Hessen am Abend« das Tagesgeschehen im Bundesland für Hessenschau.de, und da haben wir uns sehr gefreut über die Zusammenfassungsüberschrift: »Erste Hitzewelle trifft Hessen, Direktzug Frankfurt–London geplant«.
Würde jedenfalls sofort vor jeder Hitzewelle mit dem Direktzug ins stets schön kühle und verregnete London fliehen: Titanic
Aufschlussreich, Arbeitsministerin Bärbel Bas,
finden wir die Rubrik »Über mich« auf Ihrer Homepage, in der Sie sich anhand diverser Top-5-Listen vorstellen. Bei genauerer Betrachtung scheint uns, dass Sie dort mehr als bloß Ihre Vorlieben in Sachen Literatur, Essen und Fernsehen mitteilen wollen: Das Tote-Hosen-Album »Ein kleines bisschen Horrorschau«, das Sie zu Ihren liebsten zählen, passt ja schon thematisch sehr gut zu Ihrem Alltag im Bundestag. Die Titel Ihrer Lieblingsbücher der »Millennium-Trilogie« – »Verblendung«, »Verdammnis«, »Vergebung« – spiegeln ebenfalls sehr schön eine durchschnittliche Karriere in der SPD wider. Wirklich kein Zufall kann aber die Wahl eines Ihrer Lieblingsbücher sein: »Der Arschloch-Faktor: Vom geschickten Umgang mit Aufschneidern, Intriganten und Despoten im Unternehmen«.
Wir hoffen für Sie, dass Lars Klingbeil von dieser offensichtlichen Nonmention Ihrerseits nie etwas mitbekommt!
Kennt sich mit Zweideutigkeiten bestens aus: Titanic

Konzentration, »NDR«!
Du scheinst uns bei der Berichterstattung über den Messerangriff einer psychisch kranken Frau am Hamburger Hauptbahnhof nicht so ganz bei der Sache gewesen zu sein. Sowohl auf Social Media als auch auf Deiner Website zeigst Du Dich nämlich überrascht, dass die Tat trotz Waffenverbotszone am Bahnhof passieren konnte. Als wäre das Abstechen von Leuten nicht auch ohne Verbotszone an sich schon unerlaubt genug gewesen.
Kann es sein, dass Du Dich vom Namen des innenpolitischen Sprechers der CDU-Fraktion Dennis Gladiator hast ablenken lassen? Zugegeben, auch uns hat Deine Zwischenüberschrift »Gladiator: Waffenverbotszone ist wichtig« ein wenig aus der Bahn(hofshalle) geworfen, aber wir haben gleich wieder zum Kern (bzw. aufs Gleis) des Problems zurückfinden können und fordern daher vorsichtshalber ein Verbot von psychischen Erkrankungen.
Better safe than sorry:
Deine Problemsolver von Titanic
Starker Start, Neuminister Dobrindt!
Sie haben die »Jahresstatistik Politisch Motivierte Kriminalität« vorgestellt und ungewohnt ehrlich rechte Straftaten als Hauptgrund für den letztjährigen starken Anstieg benannt. Sollten Sie doch mal in Ihre Rolle als verbohrter Linkenhasser zurückkehren wollen, hier die CSU-Deutung der Zahlen: Warum verüben Rechte denn so viele Straftaten? Wegen der vielen Linken!
Grüßt bis dahin aber freundlich: Ihre Titanic