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Briefe an die Leser | Juni 2025

admin

Man kann ja nicht alles wissen, liebe »Tagesschau«,

aber dass Du titelst: »Erstmals in der Geschichte: Streik bei den Ford-Werken in Köln«, hat uns doch etwas verwundert. Immerhin gibt es diverse Publikationen und einen Wikipediaartikel über den wilden Streik im Kölner Ford-Werk von 1973. Das wirst Du doch wohl nicht übersehen haben. Sind also rund 50 Jahre für Dich schon außerhalb der Geschichte? Hast Du noch nie von dem Konzept »wilder Streik« gehört? Oder liegt es etwa doch daran, dass damals vor allem türkische Arbeiter streikten? Das wäre jedenfalls nicht das erste Mal in der Geschichte, dass diese unter den Tisch bzw. Bus fallen.

Wissen Deine Historiker/innen von Titanic

»FAZ«, altes Intelligenzblatt!

Deinen Beitrag über die Met Gala hast Du so eingeleitet: »Beim Schaulaufen auf der Met Gala fehlte unter all den Prominenten nur eine Kleinigkeit: die Männer, die zu Hause blieben.«

Wir aber fragen Dich und uns: Wie hätte das denn ausgesehen, wenn die zu Hause gebliebenen Männer nicht gefehlt hätten? Dann wären die ja an zwei Orten gleichzeitig gewesen. Bitte nächstes Jahr über all dem Glamour die Grundregeln von Logik und Physik nicht vergessen! Sonst besuchen Dich via Astralprojektion und verteilen Gnackwatschn: die Fashion Victims von Titanic

Lieber Markus Kaufmann,

dass Du diesen Brief hier lesen kannst, das verdankst Du einzig und allein Dir selbst, denn ohne Dich würde es unser Magazin schon lange nicht mehr geben. Du hast uns mindestens zweimal gerettet, aber wir ersparen unseren Leser/innen sowie den Strafverfolgungsbehörden die Einzelheiten und sagen einfach nur danke. Das Druckhaus Kaufmann ist seit den achtziger Jahren untrennbar mit der TITANIC verbunden. Frühere Redaktionen fuhren nach Heftschluss regelmäßig die 230 Kilometer von Frankfurt zum Firmensitz nach Lahr, um im »Löwen« die Maultaschen Korrektur zu lesen und die Blaupause zu essen. Achim Greser hätte die Redaktion am liebsten in die Wirtsstube verlegt, denn dort konnte man nach drei Gläsern Wein den legendären Herrn Zehnle viel einfacher als am Telefon dazu bewegen, doch noch die zwei Buchstaben auf Seite 61 auszutauschen.

Dass ausgerechnet Dein edles, hilfreiches und gutes Unternehmen in die Insolvenz getrieben wurde, daran ist der scheiß Kapitalismus schuld, gegen den wir leider bisher nicht genug haben ausrichten können. Ginge hier alles gerecht zu, wäre das Druckhaus Kaufmann längst Weltkulturerbe und der Papst hätte Dich selig-, wenn nicht sogar heiligsprechen müssen, denn, wie oben erwähnt, zwei verbürgte Wunder hast Du mindestens vollbracht.

Dass Du darauf aber nicht den geringsten Wert legst, dafür liebt und verehrt Dich, den Retter der deutschen Satire, in Ewigkeit

Deine Titanic

Göttlich, »WDR«,

wie Du Deine Doku genannt hast: »Die A 3 – Diva mit 12 Spuren«. Bam! Wenn Du demnächst einen Beitrag über den Wesel-Datteln-Kanal bringst, hier schon mal ein Titelvorschlag: »Wesel-Datteln-Kanal – Star mit 4,5 bis 6 Metern Tiefe«. Sollte der Ruhrtalradweg Thema werden, schlagen wir vor: »Ruhrtalradweg – Prinz mit 240 Kilometern Länge«. Und wenn Du die Bahnstrecke Hamm-Dortmund pushst, dann bitte: »Bahnstrecke Hamm-Dortmund – Lady mit 46 Kilometern Kiesbett«. Oder Du bleibst einfach bei den Fernstraßen: »Die A 2 – Führers bequeme Lieblingsstrecke«.

Da nicht für!

Deine Verkehrsweg-Expertin Titanic

Schrecklich, Giovanni di Lorenzo,

was Sie als Chefredakteur der Zeit über Jahre zu erdulden hatten. Nach dem Tod von Papst Franziskus schrieben Sie über dessen Vorgänger: »Acht Jahre lang versuchten wir bei der Zeit, den deutschen Papst Benedikt XVI. zu interviewen – stets scheiterten wir an seinem ebenso raumgreifenden wie machtbewussten Privatsekretär Georg Gänswein, dem die Zeit vielleicht zu freigeistig, zu liberal, zu protestantisch war. Das sollte sich erst mit Benedikts Nachfolger ändern, der uns 2017 in Rom empfing; es blieb das einzige Interview mit einem deutschsprachigen Medium.« Weiter wissen Sie zu berichten, dass die »Anbahnung« des Gesprächs »einem Roman von Dan Brown« ähnelte. Während Ihre vorherigen Vermutungen einfach nur eitles Geschwätz waren, zeigt dieser Hinweis, dass Sie auch noch völlig ahnungslos sind, di Lorenzo. Vermutlich wusste das der erwähnte Privatsekretär längst, weil er mal in Ihre Zeitung geblickt hatte. Eine verfrühte Begegnung mit der Hölle, wofür ihn ausnahmsweise ein bisschen bedauert: Titanic

Hey, Benjamin von Stuckrad-Barre!

Als Schriftsteller eine Haltung zu haben, sagten Sie kleinezeitung.at, »das ist ganz falsch«. Vielmehr müsse »man in der Lage sein, alle möglichen Haltungen einzunehmen im Erzählen«. Das sei der Unterschied zwischen »Literatur und Gewäsch«.

Als Beispiel führen Sie – na klar – sich selbst an und Ihren Kollegen Martin Suter: »Martin und ich hatten wirklich ab der ersten Minute unseres Kennenlernens eine immense Freude daran, einander in die absurdesten Behauptungen hineinzuplaudern und auch wieder heraus.« Was uns allerdings eine doch recht treffende Definition von – nun – Gewäsch zu sein scheint, ein Blick in Ihr Buch bestätigt den Verdacht nur. Es geht also offensichtlich auch ohne jegliche Haltung. Haben Sie sich da womöglich schon wieder in eine absurde Behauptung hineingeplaudert?

Wartet schon gespannt auf Gewäschband drei: Titanic

Ei Gude, Schauspieler und Comedian Nick Cannon!

Wie Sie erst jetzt berichteten, haben Sie im Jahr 2024 auf Ihre Hoden eine Versicherung abgeschlossen. Grundlage sei einer Ihrer Werbespots für einen Seifenhersteller gewesen, in dem Sie, als Mann, der, Stand Redaktionsschluss, zwölf Kinder mit mehreren Frauen hat, tönten, »die offiziell wertvollsten Testikel der Welt zu besitzen«. Nach reiflicher Überlegung seien Sie dann zu dem Schluss gekommen, dass die These aus dem Spot stimme, und hätten jedes Exemplar mit fünf Millionen Dollar gegen Krankheit oder Verlust versichert.

Begünstigt wäre im Schadensfall Ihre stetig wachsende Nachwuchs-Community, die den Schotter dann unter sich aufteilen darf. Weil Ihre Familienplanung offenbar als noch nicht abgeschlossener Prozess zu verstehen ist, haben Sie, Cannon, sich damit natürlich einer nicht unerheblichen Gefahr ausgesetzt. Wahrscheinlich werden Ihre Nachkommen ja keine Lust darauf haben, die Versicherungssumme durch mehr als zwölf zu teilen, und beim Eintreten des Schadensfalls nachhelfen.

Betrachten Sie dies als offiziell wertvollste Vorwarnung der Welt von Ihrer Titanic

In Ihrer Funktion als Werbefuzzi, Friedrich Peker,

oder, wie Sie bei LinkedIn schreiben, »Award-winning Creative Director«, ließen Sie es sich nicht nehmen, die Initiative »Hamburg werbefrei« zu kritisieren. Deren Forderung, Werbung im Stadtbild zu reduzieren, sei »zu kurz gedacht«, schließlich stärke Werbung »die Nachfrage, damit die Konjunktur, damit die Wirtschaft«. Kurz dachten wir, Sie hätten da selbst zu kurz gedacht: Einsatz gegen Konsum, das wird die Initiative ja wahrscheinlich ganz gut finden.

Aber ein Visionär wie Sie gibt sich mit solch naheliegenden Gedanken natürlich gar nicht erst ab, versteht

Ihre Titanic

Alternativ-Food-Hersteller Peas of Heaven!

Deine Chorizos auf Erbsenproteinbasis schmecken gar nicht mal schlecht, zudem geben sie lustige Pfeif- und Zischgeräusche von sich, wenn man sie in der Pfanne brutzelt. Irritiert sind wir nur über Deine Angabe bezüglich der Zubereitungsdauer: »Garen, braten oder grillen Sie die Wurst, bis sie in der Mitte 72 °C erreicht.« steht auf der Verpackung.

Ja, meinst Du, dass Leute, die Fleischthermometer besitzen, die Hauptzielgruppe pflanzlicher Wurstersatzprodukte bilden? Oder braucht man heutzutage spezielle Temperaturmesser für Erbsenproteinmassen? Dann fehlt eigentlich nur noch ein Seitanklopfer, falls einem das vegane Schnitzel mal zu hart ist. Oder ein Sojawolf, wenn man fleischloses Hack herstellen möchte!

Sieht da ganz neue Wachstumsmärkte:

Deine Pflanzenfresserin Titanic

Hello, Neil Young!

Sie haben mit einem »politisch brisanten Song« (Spiegel), den Sie bei einem Konzert in Los Angeles uraufgeführt haben, von sich reden gemacht: »Er beginnt mit einem Aufruf an die amerikanischen Autohersteller: ›Come on Ford, come on GM / Come on Chrysler, let’s roll again!‹ Abgesehen davon, dass Young die amerikanische Autoindustrie dafür kritisiert, dass sie China in der Entwicklung von E-Autos hinterherhinkt (›China’s way ahead, they’re making clean cars‹), baute er zahlreiche Verweise auf Berichte über Autounfälle ein, in die offenbar Teslas selbstfahrende Modelle verwickelt waren.«

Auweia! Also wenn der Status quo des Protestsongs ist, dass ein als links geltender Rocksänger heimische Großkonzerne dazu aufruft, bessere Autos zu bauen, um auf dem internationalen Markt besser bestehen zu können, dann ist wirklich jede Hoffnung vergebens.

Keep on rockin’ in the free world, meint Ihre Titanic

Falsch, Neumarkter Lammsbräu-Brauerei!

Auf dem Etikett Deines Dunkelbieres schreibst Du: »Wir brennen für eine enkeltaugliche Welt.« Bier, liebe Lammsbräu-Brauerei, wird aber nicht gebrannt, sondern gebraut. Falls es dazu noch Unsicherheiten gibt oder es Dir wieder entfällt, kannst Du das in Zukunft einfach an Deinem Namen ablesen. Oder Du machst mal eine informative Brauereiführung – die Neumarkter Lammsbräu-Brauerei bietet eine an, da brauchst Du also gar nicht weit zu fahren.

Prost: Deine Weinfreund/innen von Titanic

Viktor Winkler, Rechtsanwalt!

Als »einer der profiliertesten Sanktionsexperten Deutschlands« (ZDF-Meinung) scheuen Sie kein Mikrofon, sobald neue EU-Beschlüsse gegen Russland einzuordnen sind. Allerdings wollte uns nicht ganz einleuchten, was Sie bei Ihrer jüngst im Deutschlandfunk vorgebrachten Kritik am aktuellen, Ihnen zufolge planlosen und »in sich nicht schlüssigen« Sanktionspaket zum Ausdruck bringen wollten. Wie Sie erläuterten, kommt Ihnen das Vorgehen der EU »ein bisschen wie beim Roulette« vor: »Je nachdem, wo die Kugel auf dem Roulette landet, da wird dann sozusagen sanktioniert«.

Wir wissen ja nicht, Winkler, bei welchem Casino Ihres Vertrauens Sie Ihre Einsätze wagen, aber wenn dort wirklich bloß derjenige abgestraft wird, der auf die richtige Zahl gesetzt hat, und alle anderen mutmaßlich mit hohen Gewinnen nach Hause gehen, schauen selbst Glücksspielskeptiker/innen wie wir mal vorbei.

Vermutet, dass bei Ihnen bald nichts mehr geht: Titanic

Ei, ei, ei, Friedrich Merz,

da sind Sie ja doch noch gerade so vom bloß voraussichtlichen Kanzler der Bundesrepublik zum richtig amtlichen geworden! Und das, obwohl Sie bei der ersten Wahl durchgefallen waren. Ob’s daran lag, dass plötzlich etliche Bundestagsabgeordnete verstanden hatten, worum es ging?

Dass Sie, Merz, das Ding durchgezogen haben, war keine Überraschung. Als nur designierten Kanzler haben Sie sich, nach allem, was so zu hören ist, sowieso nie gesehen, gewählt oder nicht. Da Sie nun aber die Welt damit belästigen, tatsächlich Kanzler zu sein, ist eines klar: Irgendwann werden Sie es nicht mehr sein, und zwar nicht nur voraussichtlich, sondern ganz sicher. Damit müssen Sie jetzt klarkommen, freut sich schon mal: Titanic

Nice, »Tagesschau«!

»Apple schürt offenbar Pläne für eigene KI-getriebene Suchfunktionen bei seinem Webbrowser Safari«. Kein einfach zu begreifender Sachverhalt, das geben wir gern zu. Trotzdem: Wenn wir uns recht erinnern, verschürte man früher allenfalls Pläne, insbesondere analoge, wunderbar haptische, absolut KI-freie, auf Papier gedruckte – die halt, im Gegensatz zu Apples überteuertem Elektronikquatsch, auch noch so richtig gut brannten.

Ein bisschen wehmütig: Titanic

Sprachschänder Ulf Poschardt!

Mit Erfolg hatten wir einen Bogen um Ihr Buch gemacht, das im Selbstverlag erschienen war. Bedauerlicherweise kam mit der Meldung, dass sich mit Westend nun doch noch ein richtiger Verlag gefunden hat, auch ein Auszug, vor dem wir leider nicht schnell genug die Augen verschließen konnten: »Die Sprache ist zum Schlachtfeld geworden. Sie kann sich nicht wehren. Sie liegt da wie ein zerfetzter Leib.«

Aua, aua, aua! Aufhören! Die Sprache ist ein Schlachtfeld, das sich nicht wehrt, und auf dem sie selbst liegt? Um Himmels willen, Sie verschlagen uns ja die Sprache – beenden Sie umgehend diesen wörterrechtswidrigen Angriffskrieg!

Warnt die Interventionistin Titanic

In Mathe, surveyworld.me,

waren wir noch nie gut. Vor allem, wenn es darum geht, das aktuelle Alter von Menschen anhand ihres Geburtsjahrs zu errechnen, herrscht in unseren Köpfen eine große Leere. Als wir aber Deine Anzeige gesehen haben: »Gesucht: Väter mit kleinen Kindern (1980–1989)«, mussten wir den Kopfrechner dann doch einmal kurz anschmeißen, und eine erste grobe Schätzung hat ergeben: Das sind doch nun wirklich keine »kleinen Kinder« mehr! Die Jahrgänge dürften ja mittlerweile um die vierzig sein!

Oder geht es Dir mit Sprache eventuell so wie uns mit Mathe?

Möchten für eine nicht repräsentative Umfrage wissen:

Deine Surveymonkeys von Titanic

Sepp Blatter, alter Freund!

Du kritisiertest den Kommerz im Fußball: »Der Kalender ist überlastet, die Spieler sind überlastet, die Sponsoren sind überlastet und die Fans sind überlastet.« Was dann selbst die für Dich übliche Wirrnis übertrifft. Denn einmal abgesehen von der seltsamen Metapher von überlasteten Kalendern und Fans (die ja niemand zwingt, das dauernde Gerenne anzuschauen): Sind es nicht irgendwie gerade die Sponsor/innen und ihre ewige Gier nach Werbung und Gewinnmacherei, derentwegen die wandelnden Litfaßsäulen inzwischen jeden lieben Tag über die Wiese gescheucht werden?

Fragt überlastet (von Dir): Titanic

Vince Ebert, Sie Klemmtrottel!

Sie fallen gerne einmal mit national-konservativen bis hetzerischen Sprüchen auf. Lustig sind Sie selten oder nie, haben dafür aber unangenehme Gedanken zum 80. Jahrestag der Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg: »Kaum ein Volk der Welt ist so versessen darauf, auf der richtigen Seite der Geschichte stehen zu wollen, wie die Deutschen. Eine Mentalität, die gerne ins Wahnhafte abgleitet und keine große Lernkurve hat.«

Interessant ist dabei, wie sehr Sie »darauf versessen« sind, auf der falschen Seite des Stilistik-Dudens »stehen zu wollen«. Das zeugt unserer Einschätzung nach von einer Mentalität, die auf einer steilen Lernkurve ins Depperte abgleitet.

Weiterhin eine gute Auseinandersetzung mit dem »Wahnhaften« wünscht: Titanic

Wenn jemand, Jan Völker,

ein Buch mit dem Titel »Ein Weltall des Kapitals« sowie dem Untertitel »Die Überwindung der terrestrischen Vernunft« schreibt und dieses Buch dann auch noch in der Reihe »Fröhliche Wissenschaft« des Verlags Matthes & Seitz erscheint, dann rechnet unsereins erst mal mit dem Allerschlimmsten, sprich: einer wüsten Melange aus Nietzsche, Marx, Kant sowie, natürlich, Captain Kirk.

Eine Chance geben möchten wir diesem Jemand, also Ihnen, Völker, dennoch. Denn wir wissen: Völker hört die Signale!

Auf zum Lesegefecht! Titanic

Alarm, »Morgenpost«!

»Feuerschlucker setzt Zirkuszelt in Brand« lautete die Überschrift zu einem Bericht über einen Brandunfall in Aldenhoven. Aber das kann doch eigentlich gar nicht sein! Schließlich ist es die ureigene Aufgabe eines Feuerschluckers, die Flammen zu vertilgen.

Wenn es aus dem Feuerschlucker herauslodert, dann nur, weil sich der Feuerschlucker vielleicht am Feuer verschluckt hat und versehentlich einige Glutnester aufstößt. Oder das Feuer war verdorben und der Feuerschlucker musste sich in Brandsätzen übergeben? Diese oder andere Erklärungen suchen wir in Deinem Artikel allerdings vergebens.

Hier sollte dringend nachrecherchiert werden, und zwar mit Feuereifer!

Empfehlen die Medienkritiker/innen auf der Titanic

Achtung, eine Durchsage, Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN)!

Ganz so arg dumm, wie Du Dir Deine Kundschaft vorstellst, wird die schon nicht sein. Daher finden wir die Warnhinweise auf den Toiletten ein wenig herablassend: »Bitte werfen Sie keine Abfälle in das WC, um Verstopfungen zu vermeiden.«

Selbst die silvanergebeuteltsten Frankenhirne werden sicherlich nicht auf die Idee kommen, dass verstopfte Toiletten dadurch verhindert werden könnten, dass man Gegenstände in ihnen entsorgt. Oder glaubst Du, die Leute wären so abergläubisch, dass sie Zeug ins WC schmeißen, um dadurch gesünderen Stuhlgang zu erzaubern und Verstopfungen bei sich selbst zu vermeiden?

Wir waren etwas in Eile und konnten daher nicht alle anderen Schilder in Deinen Zügen und Bahnhöfen lesen. Verzichten mussten wir daher wahrscheinlich leider auf die Belehrungen, dass man nicht extra seinen Zug verpassen sollte, nur um möglichst pünktlich zu kommen, dass man die Bahnhofstoilette nicht dezidiert zu dem Zweck aufsuchen sollte, einen Magen-Darm-Virus zu verhindern, und es wirklich nicht das Mittel der Wahl ist, am Wochenende mit dem VGN zu reisen, um so besoffenen Fußballfans aus dem Weg zu gehen.

Damit wir nach dieser anstrengenden Imaginationsarbeit nicht gleich einschlafen, hauen sich gleich noch mal kurz aufs Ohr:

Deine Schwarzfahrer/innen von Titanic

Wie bitte, »Deutschlandfunk Kultur«?

In einem Online-Beitrag zum Thema Veneers und Zahn-Bleaching berichtest Du, dass die Schauspielerin Aimee Lou Wood mit ihrem Aussehen einen »Gegentrend« zum Schönheitswahn in Hollywood losgetreten habe. Selbst scheinst Du aber nicht so von diesem Trend überzeugt zu sein und betonst: »Mit ihrem schiefen Gebiss und ihren Zahnlücken feiert das Internet sie für ihre Natürlichkeit.« Eine Hollywoodschauspielerin, die sich nicht wie alle anderen die Zähne symmetrisch fräsen lässt, hat für Dich also gleich ein »schiefes Gebiss«? Diese Darstellung klingt für uns, nun ja, ein wenig schief.

Deine natürlichen Schönheiten von Titanic

Uff, Daniela Klette!

Aus einem Beitrag der Süddeutschen Zeitung lernten wir ein interessantes Detail aus Deinem Leben im Untergrund: Du sollst gegenüber Freund/innen und Bekannten gern über die viele Arbeit gejammert haben. Zwei Tage nachdem Du laut Staatsanwaltschaft wieder mal mit Garweg und Staub einen Supermarkt überfallen hattest, schriebst Du in einer Mail, Du hättest lang nichts von Dir hören lassen, weil Du »arbeitsmäßig im Superstress« gewesen seist. Sag mal, Klette! Ein kleiner Überfall und schon im Superstress? Kein Wunder, dass die Wirtschaft lahmt, wenn die Arbeitskräfte hierzulande so wenig belastbar sind.

Arbeitet ständig am nächsten Witz: Titanic

Wie bitte, Philipp Amthor?

Zum Umgang der Union mit der AfD sagten Sie bei Maischberger: »Wir brauchen hier keinen antifaschistischen Nachhilfeunterricht.«

Finden Sie diese Aussage nicht selbst reichlich daneben, Amthor? Immerhin haben wir von TITANIC vor bestimmt zwei Jahren mit den Witzen, dass Sie wie ein Grundschüler aussehen, aufgehört, und jetzt machen Sie einen auf selbstironisch und selbst Gags über Ihre Erscheinung? Reichlich spät zur Kinderparty, meinen wir!

Sechs, setzen! Titanic

Da hast Du, »Zeit«,

den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki aber ganz schön in die Interview-Mangel genommen, als Du ihn nach seinem Verfahren wegen Meineides knallhart befragtest und ihn mit dieser Antwort davonkommen ließest: »Dass das Verfahren eingestellt wurde, bedeutet, ich habe weder gelogen noch einen Meineid begangen. Punkt.«

Dabei teilte die Staatsanwaltschaft Köln längst mit, diese Selbsteinschätzung fände sie »schon ziemlich stark«, da »wir in zwei Fällen einen hinreichenden Tatverdacht festgestellt haben, dass der Kardinal also in zwei Fällen falsche Angaben gemacht hat«. Und was machst Du in so einem Fall? Bohrst Zeit-typisch nach und fragst nach Lieblingseis, Lieblingsrestaurant und ob der Kardinal Pizza Diavolo esse.

Für diese Arbeitsverweigerung verdonnern wir Dich zu sinkender Auflage und einer Zahlung von 26 000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung.

Und zwar an: Titanic

»Melinda Gates«, titeltest Du, »t-online«,

»verrät: Dieser Mann war der Grund für das Ehe-Aus«. Sogar ohne den Artikel zu öffnen, haben wir da eine ganz heiße Spur: Könnte es vielleicht an Bill Gates gelegen haben?

Gern geschehen!

Die Profi-Profiler/innen von Titanic

Was war denn da los, Karin Prien?

Dem Stern erklärten Sie, dass die Linke im Gegensatz zur AfD keine Gefahr für die liberale Demokratie sei. Und das als neue Familienministerin! Müssen sich Ihre Parteikolleg/innen jetzt Sorgen machen, dass Sie den Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in einen Marx-Lesekreis verwandeln? Oder dass Sie, falls Ihnen während der Sitzungen der Bundesregierung langweilig werden sollte, ein paar Bengalos zünden? Oder dass Sie alle Kinder vom Jugendamt einsammeln lassen, um sie zur nächsten Generation der RAF heranzuzüchten?

Aber eigentlich können Sie sich die Antworten auf diese Fragen sparen und schon mal vorsorglich Ihren Anwalt informieren.

Hat nämlich, nur so zur Sicherheit, schon längst den Verfassungsschutz informiert:

Ihre Titanic

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