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Eugen Egners »Gift gibt Kraft«

admin

Das Netz der bösen schwarzen Fledermaus (1. Teil)

Mein persönlicher Niedergang fiel zeitlich mit dem der menschlichen Zivilisation zusammen. In restlos allen Bereichen nahmen Verwahrlosung und Unfähigkeit überhand, alles Denken und Handeln geriet zu einem Strudel von Aberwitz. „Das Netz der bösen schwarzen Fledermaus überzieht die ganze Stadt“, lautete folglich die neuste Nachrichtenmeldung des Tages. An eben diesem Tag kam ein Filmteam zu mir, um meinen Niedergang unseriös zu dokumentieren.
Die erklärenden Worte zu den Aufnahmen, die mich bei verschiedenen mißlingenden Tätigkeiten zeigten, sprach ich selbst. Ich begann mit dem Satz: „Während ich mich hier schwerfällig, ungeschickt und widerstrebend im Raum bewege, rase ich durch die Zeit, die, wie man hört, ebenso wie der Raum bloß eine Illusion sein soll.“
Zur Illustration meiner Bewegung im Raum zerschlug ich ein volles Weinglas an einem metallenen Lampenschirm. „Volle Weingläser an Lampen zu zerschlagen, ist unerläßlich bei der Brautwerbung“, fügte ich hinzu. Dabei handelte es sich um eine interessante Marginalie, die ich großzügigerweise an meine Mitmenschen verschwendete, mit der diese jedoch aus Gründen stark verbreiteter Unbildung nichts anfangen konnten. Auch sprach ich davon, daß man sich entscheiden müsse, welche der eigenen Körperpartien man im Leben waschen wolle und welche nicht. In diesem Zusammenhang sah ich von einer entsprechenden Demonstration ab und ließ die Welt darüber im unklaren, an welchen Stellen ich mich zu waschen pflegte.

(Fortsetzung folgt)

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