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Eugen Egners »Gift gibt Kraft«

admin

Abends im Freien unterwegs (Teil 1)

Ich folgte der Straße, die schließlich eine Linkskurve beschrieb und in eine Senke führte. Sowie ich mich in der schlecht beleuchteten Kurve befand, gewahrte ich auf dem Areal, das sie einfaßte, etwas, das sich beim Näherkommen als etwas irgendwie Wanderzirkusartiges herausstellte. Ich konnte ein winziges Zelt erkennen, einen Wohnwagen mit Licht in den Fenstern, eine Zugmaschine und eine Art Käfigwagen. Dieser Anblick verblüffte mich, unwillkürlich blieb ich stehen und machte, nicht zuletzt wegen der Dunkelheit, große Augen. Da wurde die Tür des Wohnwagens geöffnet. Im herausfallenden Lichtschein tauchte ein korpulenter älterer Mann auf, grüßte mich freundlich und sagte: „Es ist alles fertig, wir können anfangen.“ Weil ich glaubte, entweder nicht richtig gehört zu haben oder mit jemandem verwechselt zu werden, verharrte ich unschlüssig. „Kommen Sie!“ rief der Mann mir lachend zu. Ich wußte nicht, was ich tun sollte. Mir wurde klar, in welcher Gefahr ich schwebte. Mutterseelenallein im Dunkeln unterwegs, durfte ich mich keinesfalls von einem Unbekannten in seinen Wohnwagen locken lassen. Meine Familie wusste nicht, wo ich war, Hilfe gab es weit und breit keine. Also war es das Beste, nach Hause zu laufen. Eine Sekunde bevor ich meinen Entschluß in die Tat umsetzen konnte, erschien ein zweiter Mann in der hellen Türöffnung. Merkwürdigerweise sprach er mich mit meinem Vornamen an und hatte eine mir bekannte Stimme. Wer konnte das sein? Da erkannte ich ihn – es war der Gemeindepfarrer! Auf gewohnt strenge Weise sagte er: „Nun komm schon her. Du hörst doch, was der Herr sagt: Es ist alles fertig, wir können anfangen.“

(Fortsetzung folgt)

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