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Briefe an die Leser | Dezember 2025

admin

Sie, Julian Theilen,

schreiben im Feuilleton der Welt, Fahrradtaschen seien »Potenzersatz für Autolose. Zu wenig wurde über sie geredet, zu viel über SUVs gelästert. Dabei sind Fahrradtaschen und SUVs fast das Gleiche. Beide transportieren Allmachtsfantasien und passive Aggression.«

Herr Theilen, das kann doch nicht Ihr Ernst sein! Radtaschen »fast das Gleiche« wie SUVs? Das ist doch Kulturkampf auf Kindergartenniveau. Denken Sie größer: Fahrradtaschen – Merkmal der Öko-Faschist/innen, Erkennungszeichen der Woke-Elite, Accessoire der Henker/innen des Verbrennerautos, so geht das. Und hören Sie mit diesen Seitenhieben auf SUVs auf! Wegen Schreiberlingen wie Ihnen liegt die deutsche Automobilbranche am Boden.

Ortliebe Grüße von Ihrer Titanic

Und wenn, liebe Eva Demmelhuber (ehemals »BR«),

Sie nicht gestorben sind, dann leben Sie bitte noch eine ganze lange Weile!

Denn selbst unseren größten Feind/innen würden wir Ihre Nachlassverwaltung nicht wünschen, sind Sie doch seit kurzem stolze Besitzerin von 175 000 CDs aus dem aufgelösten BR-Archiv, für die Sie nur noch einen neuen Platz finden müssen. Und das in München, der Stadt der niedrigen Mieten.

Bitte geben Sie diesen kleinen Basteltipp an Ihre zukünftigen Erb/innen weiter: Mit aufgehängten CD-Scheiben lassen sich hervorragend Vögel aus dem eigenen Garten vertreiben – oder halt dem ganzen Schwarzwald! Und zur Not lässt sich der Bestand vielleicht ja auch über Zu-verschenken-Boxen abwickeln.

Raten Ihre glücklichen Spotify-Junkies von Titanic

Grüezi, Schweizerische Volkspartei (SVP)!

Mithilfe einer von Dir lancierten Volksinitiative möchtest Du die bei den Eidgenoss/innen so beliebte direkte Demokratie nutzen, um das Land von dem zu befreien, was so mancher Schweizer laut Süddeutscher Zeitung neuerdings unter »Dichtestress« versteht. Hinter dem Unwort steckt, wie könnte es bei den extrem rechten Hohlköpfen in Deinen Reihen auch anders sein, Rassismus. Weil der Nahverkehr angeblich zu eng ist, die Schweizer Städte zu voll und zu viele Leute nicht weiß genug sind, soll eine Bevölkerungsobergrenze von 10 Millionen Einwohner/innen bis zum Jahr 2050 endlich Ruhe einkehren lassen.

Ultrapopulistisch, gesellschaftsspaltend und natürlich saublöd – man könnte meinen, liebe SVP, Du hättest wieder alles richtig gemacht. Wir in Deutschland müssen über Deine Initiative aber leider enttäuscht die Köpfe schütteln: Nicht nur würde eine solche Regelung das Schweizer Reich in seinen Möglichkeiten zur territorialen Ausdehnung stark begrenzen. Nein, selbst das gute alte Knattern zum Wohle des Volkskörpers habt Ihr Alm-Öhis offenbar vollkommen aufgegeben. Wie unambitioniert!

Bedauert diese Schweizer Bankrotterklärung: Titanic

Sehr geehrter Herr Verteidigungsminister Pistorius,

dem Tagesspiegel erzählten Sie: »Ich torpediere nicht, und ich bin auch nicht destruktiv.« Nicht? Gar nicht? Nicht mal ein kleines bisschen? Sind Sie sicher, dass Sie sich dann den richtigen Job ausgesucht haben?

Fragt konstruktiv Ihre Titanic

Kurze Frage, Firma Grammarly (San Francisco)!

Du hast Dein Produktportfolio KI-basiert vergrößert und Dich aus diesem Anlass für ein Re-Branding entschieden – Du heißt nun »Superhuman«. Dürfen wir erwarten, dass Dein ebenfalls »Grammarly« heißender Schreibassistent, für den Du im englischsprachigen Raum bekannt bist, demnächst zum »Grammar Nazi« aufgepeppt wird?

Fände das nur konsequent: Titanic

Himmelherrgott, Unbekannte im Landkreis Bad Tölz!

Warum genau Ihr den Lainbach, der einfach so friedlich durch die Bayerischen Voralpen fließt, mit neongrüner Farbe eingefärbt habt, weiß wohl niemand besser als Ihr selbst. Gut, dass der Spuk schon nach kurzer Zeit vorbei war und laut Wasserwirtschaftsamt Weilheim weder Mensch noch Tier gefährdete.

Aber, liebe Farb-Schelme: Könntet Ihr, wenn es denn schon unbedingt sein muss, bei der nächsten Aktion zumindest eine andere Chemikalie als Uranin verwenden? Wir haben uns zweimal verlesen und waren erst angewidert von Erscheinungsbild und Umfang des Wildpinkelvergehens, dann zutiefst entsetzt über Eure Skrupellosigkeit. Schließlich kann die Lösung für ein bayerisches Atommüll-Endlager so nun auch wieder nicht aussehen!

Vollkommen verstrahlt: Titanic

Sie wiederum, Nebenangeklagter im Block-Prozess,

haben vor dem Hamburger Landgericht bereits gestanden, dass Sie an der Entführung der Kinder von Christina Block beteiligt waren. Nun folgte Ihre persönliche Entschuldigung bei Stephan Hensel, dem Vater der Kinder: »Wäre ich Ihr Kind, würde ich mich sehr freuen, wenn Sie mein Vater wären.«

Je nun, viel anderes bliebe Hensel dann aber ja auch nicht übrig …

Merkt an: Titanic

Moment mal, Gloria von Thurn und Taxis!

In Ihrem neuen Buch »Lieber unerhört als ungehört« teilen Sie im ersten Satz Ihres Vorworts (»Warum dieses Buch?«) mit, es gehe um »politische, religiöse, soziale und ökonomische Themen«. Im zweiten Satz erfährt man, was alle Welt eh weiß: »Zu all diesen Themen habe ich auch zahlreiche Interviews gegeben.«

Neun Seiten weiter, am Ende der Einleitung, heißt es dann: »Obwohl sich meine Ansichten in den letzten 20, 30 Jahren kaum geändert haben, stehe ich immer noch im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit.« – Aber da ist uns jetzt ein Fehler unterlaufen! Der zweite Teil des gerade zitierten Satzes lautet anders: »… gehöre ich auf einmal zu einem stigmatisierten Rand, dessen Angehörigen nahegelegt wird, besser den Mund zu halten«.

Neun Seiten von der Prahlerei bis zum Lamento, das ist eine ziemlich lange Strecke; da könnten Sie noch an sich arbeiten! Und apropos stigmatisiert: Das fehlt noch bei Ihrer Endlos-Performance als ultraorthodoxe Katholikin und rechtsextreme Propagandistin, dass Sie irgendwelche jesusmäßigen Wundmale vorzeigen! Nur so windelweiches Opfergewinsel, wen lockt denn das heutzutage noch hinterm Ofen hervor?

Sieht da noch Luft nach oben:

Ihre Titanic

Ellen Ivits, »T-Online«!

»Gerüchte über Jahrhundertwinter: Die Prognosen kühlen die Erwartungen ab« – soll flotter Journalismus sein, ist aber ein Denkfehler, nein? Probieren Sie’s doch im Frühjahr noch mal: »Gerüchte über Jahrtausendsommer: Prognosen heizen die Befürchtungen an« wäre zwar genauso abgeschmackt, aber wenigstens richtig. Leider!

Ihr hotter cooler Presseservice c/o Titanic

Respekt, Markus Feldenkirchen!

In der Spiegel-Kolumne »Die Lage am Morgen« kürten Sie Sahra Wagenknecht zur »Verliererin des Tages«, jedenfalls »könnte« sie das in einem Prozess werden, den der Musiker und Politiker Diether Dehm gegen sie angestrengt hatte. Allerdings seien wiederum »wohl beide Verlierer, egal, wie das Urteil ausfällt«, da »die beiden lange Zeit enge politische Vertraute waren«, schrieben Sie weiter. Und dann: »Vor Gericht wird Wagenknecht heute aller Voraussicht nach siegen«, was tatsächlich so eintrat. Andererseits sehe es politisch für Wagenknecht und ihr Bündnis »weniger gut« aus.

Wenn wir das richtig verstanden haben, ist Wagenknecht also eine Verliererin, eine Siegerin und irgendwas anderes? Das ist mal eine klare Aussage in einem großen Stück politischen Journalismus, das aber dennoch ohne Gewinn gelesen hat: Titanic

Oha, Krimifex Sebastian Fitzek!

Von der Herrenrevue Esquire werden Sie zu den Mordmethoden in Ihren Romanen befragt. Zum Beispiel zu einer Passage aus Ihrem neuesten Buch, in der einem Opfer die Haut mit einem Kartoffelschäler abgezogen wird. »Ich glaube, diese finsteren Gedanken kann jeder nachvollziehen, der schon mal im Straßenverkehr angehupt wurde«, antworten Sie. »Da schießen einem manchmal die übelsten Ideen in den Kopf, was man mit den anderen Verkehrsteilnehmer/innen am liebsten anstellen würde.«

Vielleicht stimmt etwas nicht mit uns, Fitzek, aber nur weil uns jemand im Straßenverkehr ungerecht behandelt, denken wir uns nicht möglichst qualvolle Mordmethoden aus. Und auf so irrsinnige kreative Ideen wie die mit dem Kartoffelschäler kommen wir schon gar nicht.

»Das ist natürlich ein Spaß. Es ist jedenfalls nicht so, dass ich eine Liste mit kreativen Tötungsarten habe und diese abarbeite.« Ach so! Das war ein Spaß, haha!

Wir werden uns in Zukunft dennoch vorsichtshalber zu Hause einschließen, wenn Sie für eine Lesung in der Stadt sind. Nicht dass wir Ihnen am Bahnhof aus Versehen auf den Fuß treten und Sie Ihren Kartoffelschäler, Käsehobel oder Pürierstab zücken, oder welche Tatwaffen sonst noch so auf Ihrer nicht existierenden Liste stehen.

Empfindet bei Ihnen nun zum ersten Mal so was wie Grusel: Titanic

Nanu, Franzosen (m.)!

Euch sah man zürnend und zeternd auf den Straßen von Paris gegen die Eröffnung einer Filiale des chinesischen Modeverramschers Shein aufbegehren – hauptsächlich deswegen, weil dieser in seinem Onlineshop Sexpuppen mit kindlichem Aussehen vertreibt.

Woher kommt plötzlich diese Prüderie in Eurem Land, in dem das Vernaschen Minderjähriger zum immateriellen Weltkulturerbe zählt? Ach so, genau darum geht’s! Man soll keine Chinagummiware bestellen, sondern lieber zum real deal greifen, zur vraie affaire sozusagen. Na, dann geht mal schön Eurem zweitliebsten Hobby, dem Protestieren, nach!

Halten Euch nicht ab: die jeunes gens chez Titanic

Die Fresse halten, Juli Zeh,

könnten Sie, sagten Sie wörtlich in einer Arte-Dokumentation. Allerdings fühlten Sie »einen krassen Imperativ«, wenn Sie den Eindruck gewännen, dass etwas politisch oder diskursiv falsch laufe. Wenn Sie das Gefühl hätten, das Meinungsspektrum sei eingeengt, und nur eine Seite der Medaille würde gezeigt, dann meldeten Sie sich zu Wort. Das ist ja selbstlos von Ihnen. Wir fragen uns allerdings, ob es der Meinungsbildung wirklich so zuträglich ist, wenn Sie in jedem dieser Fälle gleich das nächstbeste Talkshowstudio entern. Wir jedenfalls fühlen dann nämlich einen krassen Imperativ, abzuschalten!

Führt da keine Diskussionen: Titanic

Gute Idee, Jennifer Lawrence!

Der New York Times vertrauten Sie in einem Interview an, dass Sie bedauern, in der Vergangenheit eindeutig Stellung gegen die politische Rechte in den USA bezogen zu haben. Die Begründung dafür, Anhänger/innen der MAGA-Bewegung nicht mehr widersprechen zu wollen: Sie wollen diese Menschen nicht durch Meinungsäußerungen davon abhalten, in Ihre Filme zu gehen.

Das ist erfrischend ehrlich. Dabei betonten Sie, dass Sie sich weiterhin als »politische Künstlerin« verstünden, und versuchten, die Priorisierung Ihrer Gagen damit zu rechtfertigen, dass Sie nicht weiter spalten wollten.

Halten Stillschweigen ebenfalls für den wirkungsvollsten Widerstand und schauen sich gleich noch einen schönen Schinken mit Heinz Rühmann an:

Ihre unpolitischen Satiriker/innen von Titanic

Auf Deiner Titelseite, »Münchner Merkur«,

prangte die Schlagzeile: »4,6 Millionen Bayern pendeln« – wenn die restlichen Bayer/innen noch Tarotkarten legen und in den Eingeweiden geopferter Tiere wühlen, dann wissen ja alle gut über die Zukunft des Freistaates Bescheid.

Hat ein Herz für Eso-Humbug: Titanic

Sie, Michael Moorstedt,

sind Autor für die Süddeutsche Zeitung, in deren Feuilleton Sie sich mit liebevoller Abneigung dem »Performative Reading« widmeten, also dem inszenierten Lesen, mit dem die Generation Z gerade die sozialen Medien flutet: »Ist der Leser oder die Leserin selbst auch im Bild zu sehen, gilt es, darauf zu achten, nicht zu sehr mit dem ungewohnten Medium zu fremdeln. Das Buch mühelos mit einer Hand halten, mit einer halben Armlänge Abstand zu den Augen, die Stirn leicht in Falten gelegt, ist eine beliebte Pose«, beschrieben Sie leicht väterlich ironisch solche Auswüchse kulturellen Niedergangs, und schon waren wir fest an Ihrer Seite auf dem Pfad intellektueller Überlegenheit, da ließen Sie uns in einer schlichten, wenn auch fettgedruckten Zwischenüberschrift noch schnell dieses wissen: »Lesen um die Lust der Erkenntnis Willen ist schon länger ein Auslaufmodell«.

Oje, was für eine gleich an mehreren Stellen knirschende Sprachperformance war das denn? Und wäre da nicht bei der von Ihnen angeprangerten Kultur des Lesens, in der »auf das Überfliegen nun ganz verzichtet wird und bisweilen nur noch so getan wird, als ob«, die Chance des Nichtbemerkens solcher sprachlicher Totalschäden beruhigend groß?

Mal drüber nachdenken, schlagen Ihnen vor:

die Leseratten der Titanic

Nicht nur in Ulm, Ulmer Münster,

auch um Ulm und um Ulm herum hat es bereits die Runde gemacht: Wir sind nicht mehr Kirchturm! Mit der Errichtung eines Turmkreuzes auf ihrem Hauptturm hat die Sagrada Família in Barcelona eine Höhe von 162,91 Metern erreicht und überragt Dich nun um 1,38 Meter – nach ihrer Fertigstellung im Jahr 2026 wird sie dem Himmel sogar um mehr als zehn Meter näher sein als Du.

Während sich ein jubelnder und feiernder Gaudíwurm durch den katalanischen Kitschbau windet, sei Dir, Münster, höchster Kirchturm der Herzen, zum Trost gesagt: In Anbetracht SEINER unendlichen, unvorstellbaren Herrlichkeit gilt auf Erden nach wie vor die weltliche Maxime: Es kommt nicht auf die Größe an.

Dein Satiremagazin mit der ehemals höchsten Auflage: Titanic

Was uns gerade einfällt, Chrupalla …

Dass Brecht den Führer immer »Anstreicher« nannte – wie finden Sie als nationalkapitalistischer Malermeister das? Diskriminierend?

Jetzt auf den letzten Metern nicht woke werden!

Empfiehlt Titanic

Félicitations, Paul Biya!

Mit 92 Jahren wurden Sie wieder ins Präsidentenamt Kameruns gewählt und sind somit der älteste Präsident der Welt. Nun heißt es, anzupacken, ehe der nächste Wahlkampf ansteht.

Hauptsache, Ihnen kommen in der Zwischenzeit keine Zweifel an der eigenen Tatkraft und Zurechnungsfähigkeit, wie gewissen Zauderern aus Übersee, die die Macht an eine jüngere Person abgeben, obendrein an eine Frau! Aber ein Joe Biden ist im Gegensatz zu Ihnen ja ein unerfahrener Jungspund, stimmt’s?

Grüße in die Gerontokratie von Titanic

Oha, Karl Lauterbach!

In den sozialen Medien haben Sie unter Berufung auf eine aktuelle Studie höflich auf eine skandalöse Tatsache aufmerksam gemacht: »Neue Oxfam-Daten zeigen: Anteil der Reichen am gesamten CO2-Ausstoß ist riesig, 10 % verursachen die Hälfte der globalen Erwärmung. Ihr Ausstoß steigt eher noch.« Zum gerechten Ausgleich fordern Sie deshalb: »Die hohen Kosten der Energiewende sollten auch aus ihrem Vermögen bezahlt werden.«

Andererseits, Herr Lauterbach, na ja … so was lässt sich natürlich leicht fordern, wenn man keine Regierungsverantwortung trägt. Oh, Moment, was?! Ihre SPD ist, hören wir soeben, als Splitterpartei ebenfalls an der Regierung beteiligt? Jedenfalls derzeit noch? Entschuldigen Sie bitte, dass uns das kurz entfallen war! Am besten nutzen Sie die verbleibende Zeit, um endlich mal gegen alle Widerstände ein ursozialdemokratisches Anliegen wie die Vermögensteuer für Superreiche durchzuhämmern!

Freut sich mit Ihnen (perspektivisch) auf die Weltrevolution: Titanic

Prost, Coca-Cola!

Auf einem Snackautomaten am Hauptbahnhof Frankfurt (Main) wirbst Du mit dem Slogan »Geteilte Erfrischung ist doppelte Erfrischung«. Nicht schlecht, aber wäre »Geteiltes Light ist doppeltes Light« nicht der coolere Claim?

Fragt zuckersüß Titanic

Herzerwärmend, »SZ«!

Wenn Du auf Deiner Seite Drei über den Einsatz Künstlicher Intelligenz an der Universität berichtest und wir dort lesen, die große Frage sei, »wie man überhaupt noch unterscheiden kann, was ein Mensch geschrieben hat und was ein Programm«, und wenn Du auf diese Frage antwortest, es gebe Tippfehler, die würden einer KI einfach nicht passieren, sodass »vermutlich ein Mensch am Werk« war, wenn »es mal richtig holpert im Text«, und wenn wir dann im selben Text den folgenden Satz lesen: »Und klar, dass [sic!] kann einem natürlich Angst machen, der Computer als besserer Mensch«, verstehen wir Dich dann richtig, dass es sich hier nicht um einen peinlichen Grammatikfehler handelt, sondern um ein Leuchtfeuer der Menschlichkeit?

Fragt sich die Redaktions-KI von Titanic

Salve, Pizzeria Bel’la Ciao (Wuppertal)!

Die große Zeit des hemmungslos falschen Apostrophs (»Bitte benutzen Sie den Eingang link’s«) war ja nun eigentlich vorbei – und jetzt kommst Du Neueröffnung, als wäre nichts gewesen. Ist das Snobismus? Nostalgie? Oder die Gnade der späten Geburt?

Ciao bel’la! Ti’tanic

Tach, Dortmunder »Ruhr Nachrichten«!

Wenn Du im Rahmen der Merz’schen »Stadtbild-Debatte« schreibst, der GdP-Vorsitzende für den Bereich Bundespolizei, Andreas Roßkopf, spreche sich für mehr polizeiliche Präsenz sowie verdachtsunabhängige Kontrollen an Bahnhöfen und Innenstädten aus, und Deine Meldung mit der Schlagzeile »Polizei fordert mehr Rechte« betitelst, bezieht sich das dann auf die Befugnisse selbst oder den zusätzlichen Personalbedarf zur Durchführung dieser Maßnahmen?

Unsicher: Titanic

What’s up, Karoline Leavitt, Sprecherin des Weißen Hauses?

Sie antworteten einem Journalisten auf die Frage, wer vorgeschlagen habe, dass ein Treffen zwischen Trump und Putin in Budapest stattfindet, mit: »Deine Mutter war’s.«

Verstehen Sie uns nicht falsch, Leavitt: Es überrascht uns nicht, dass Sie in Ihrer Trump’schen Antipressearbeit rotzig zu Reporter/innen sind. Uns wundert eher, dass Sie sich bei Ihrem Journalist/innen-Bashing einer Neunziger-Jahre-Witzkategorie wie den »Deine Mutter«-Sprüchen bedienen. Sind Sie, Ihres Zeichens Jahrgang 1997, also nicht nur weltanschaulich, sondern auch in Sachen Gag-Fundus ewiggestrig und erzkonservativ? Werden Sie auf die nächste kritische Pressefrage mit einem Chuck-Norris-Jokus reagieren? Und sich dann in Baggy Pants zu den Klängen von »Cotton Eye Joe« auf Rollerblades davonmachen?

Zittert schon vor dem Millennium-Bug: Titanic

Viel Zeit zum Lesen, Michael Kretschmer,

dürften Sie angesichts Ihrer Hauptbeschäftigungen (sächsische Wirtschaft loben, Volksfeste feiern, Merz gut finden) vermutlich nicht haben, aber mal unter uns: Wenn im Alltag nur Raum für Lektüre von Vermerken und Pressebriefings ist, müssen Sie dann unbedingt die großen literarischen Referenzen auspacken? Beim Bürgergespräch in Werdau (Landkreis Zwickau) dozierten Sie nämlich: »Deutschland liegt am Boden wie der Riese Gulliver und ist gefesselt von unzähligen Stricken.«

Wir wissen nicht, welche Version des Stoffs Sie, Kretschmer, zu solch fesselnden »Deutschland, erwache!«-Fantasien inspiriert hat, aber, bitte mitschreiben, Gulliver ist gar kein Riese, sondern ein Mann von handelsüblicher Größe, der nur aus der Perspektive der sehr kleinen Liliputaner/innen riesig wirkt, und gefesselt wird er nicht zu seiner Unterjochung, sondern weil die armen Kleinwüchsigen die berechtigte Befürchtung hegen, er könne sie mit einem unachtsamen Schritt allesamt massakrieren. Da einfach mal drüber nachdenken!

Umschifft Ihren Zwergstaat auch künftig: Titanic

Moin, Moorburger TSV!

Du hast in der Hamburger Kreisklasse eine satte 0:66-Niederlage gegen den SVS Mesopotamien II einstecken müssen. Mal ehrlich: Gegen einen derart archaisch benannten Verein war auch nichts anderes zu erwarten als eine historische Niederlage. Aber das Gute: Anders als die Steintafeln aus Ur dürften die Pressemitteilungen der Hamburger Lokalpresse nicht alle Zeiten überdauern. Schon in 500, ach, 300 Jahren wird sich somit niemand mehr an diese epische Klatsche erinnern. Steck also nicht den Kopf in den Sumpf!

Tipp von Deinen Sport-Archäolog/innen von Titanic

Hä, »Zeit«-Newsletter »Was jetzt?«?

Über den Unternehmer Harald Christ, der »einflussreiche Menschen zusammenbringt«, schreibst Du: »Auf seinen Partys erschien der Kanzler, die Bundestagspräsidentin nennt er ›Julia‹«. Na, wie soll Christ denn Klöckner auch sonst nennen?

Verwirrte Grüße von Deiner Titanic

Pfui, Jugendverband der Meloni-Partei!

Einfach vor Euren Büros in Parma in aller Öffentlichkeit faschistische Gesänge anstimmen – was ist bloß in Euch gefahren, bambini? Da könnten Außenstehende doch auf die vollkommen falsche Idee kommen, Eure Mutterpartei sei irgendwie, na ja: rechtsradikal. Wo sich doch die ganze Welt redlich bemüht, Eure Parteichefin, die Ministerpräsidentin, als pragmatisch-manierliche Mitte-Politikerin wahrzunehmen …

Tadel und Nachsitzen! Titanic

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