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Briefe an die Leser | November 2025

admin

Vielen Dank, liebe Medizin!

In der Vergangenheit hast Du bereits Erfolge erzielt wie die Erfindung von Zäpfchen gegen Durchfall oder die Entwicklung von gleich drei Schmerzmitteln, die die Symptome von Kater bekämpfen, aber nicht nach dem Genuss von Alkohol anzuwenden sind (Ibuprofen, Paracetamol, Aspirin). Anknüpfend daran ist Dir nun die schwere Geburt geglückt, endlich ein erstes Medikament gegen Wochenbettdepression auf die Welt zu bringen, welches allerdings weder in der Schwangerschaft noch in der Stillzeit angewendet werden darf.

Und es gab in den letzten Wochen noch weitere medizinische Durchbrüche zu feiern! Ein über vier Wochen täglich intravenös zu spritzender Wirkstoff, der die Heilung von Trypanophobie (Angst vor Spritzen) verspricht; ein Mittel gegen Reiseübelkeit, welches nur während völliger Bewegungslosigkeit einzunehmen ist; eine Salbe gegen Akne (Nebenwirkung: Hautausschlag); sowie endlich eine wirksame Behandlung bei eingeschlafenen Beinen (Amputation).

Legen sich dann doch lieber ein paar Steine auf: Deine Globulifans von Titanic

Sportjournalist Florian Haupt!

Für Ihren Spiegel-Artikel über einen katalanischen Fußballclub wählten Sie folgenden Vorspann: »Der FC Barcelona muss immer noch auf Auftritte in seinem Stadion Camp Nou im Umbau verzichten und spielt daher in kleinen Arenen.« Sicher freut sich der Verein schon darauf, wenn das Stadion »Camp Nou im Umbau« im Nu fertig wird und endlich in »Camp Nou fertig umgebaut« umbenamst werden kann. Und bei Ihnen, Haupt, sind hoffentlich weitere tolle Texte im Aufbau.

Auf diese warten sehnsüchtig:

die Profis im Satzbau von Titanic

Thüringer Ex-Kurzzeit-Ministerpräsident Kemmerich!

Warum nennen Dich eigentlich alle (SZ, Bild, RND, Stern) »Ex-Kurzzeit-Ministerpräsident«? Nennt man denn Merkel »Ex-Langzeit-Kanzlerin«? Würde nicht die Bezeichnung »Kurzzeitministerpräsident« völlig ausreichen, weil die Kürze der Zeit bereits auf die Abgeschlossenheit der Ministerpräsidialität verweist? Wurde, als Gegenprobe, schon jemals irgendjemand »Kurzzeitministerpräsident/in« genannt, der/die noch im Amt war?

Also: Warum, Kemmerich, nennen Dich trotzdem alle »Ex-Kurzzeit-Ministerpräsident«? Statt kurz und griffig: »Ex-Arschloch«?

Amtliche Grüße schickt Titanic

Sie, Christian Rickens,

sind beim Handelsblatt, sonnen sich – wie Ihre Klientel – auf der Habenseite des Lebens und schrieben jetzt in einem launig formulierten Newsletter: »Ein Liberaler ist auch nur ein Konservativer, bei dem noch nie eingebrochen wurde.« Inspiriert von Ihrem sprühend witzigen Geist gingen prompt auch uns ein paar Lichtlein auf: Ein Sozialdemokrat ist auch nur ein Linker, der Prinzipien bricht, die andere haben. Ein Faschist ist auch nur ein Grüner, der einmal zu oft unterbrochen wurde. Und ein Christian Rickens ist auch nur ein Christian Lindner, der nicht die Privatnummer von Porsche-Chef Oliver Blume hat.

Geistreiche Grüße von Titanic

Hey »Spiegel«!

Noch vor wenigen Jahren lasen wir von Dir, dass Du Deinen Autor/innen nur in Ausnahmefällen gestattest, Genderzeichen zu benutzen. Du würdest nämlich eine Sprache anstreben, die für alle »fair, lesbar und schön« sei. Daran mussten wir denken, als wir von Dir nun die Überschrift »Der Anti-Antifaschist im Weißen Haus« lasen.

Wir möchten Dich an dieser Stelle bitten, künftig auch in solchen Fällen die überflüssigen und unseren Lesefluss beeinträchtigenden Wortteile wegzulassen.

Fände das schön, lesbar und nur fair: Titanic

Have a break, Tennisprofi Sabine Lisicki!

Sie haben einen Seitenwechsel in die Schauspielerei gewagt und werden Mitte Dezember bei der RTL-Soap »Alles was zählt« aufschlagen – in einer Gastrolle als: Sabine Lisicki. »Ich war schon ein bisschen aufgeregt. Vor allem, weil man Texte lernen muss«, kämpften Sie laut DPA vor den Dreharbeiten mit weichen Knien, dass Ihnen trotz täglichen Trainings Ihr Können als Selbstdarstellerin vom Regisseur um die Ohren gehauen werden würde. Jede Wette, dass Sie aber auch diesmal nicht über mehr als drei Sätze zu gehen hatten.

Vor- und Rückhand drauf!

Ihre Satire-Asse von Titanic

Hast Du Dich losgemacht, Julia?

Jetzt bist Du schon eine Weile an einem besseren Ort (Bornheim? Hamburg? Hann. Münden?), und der Marder, der in der Decke über dem Chefbüro wohnt, vermisst Dich und die Aufmerksamkeit, die Du ihm geschenkt hast, bereits sehr.

Und auch wir spüren Deine Abwesenheit: Kein Reggae schallt durch die Redaktionsräume. Niemand freut sich in regelmäßigen Abständen darüber, wie schlecht der Sänger Craig David gealtert ist. Niemand ist allzeit bereit, uns die Vorzüge des Toggenburger Sonntagskäses und die Nachteile von Pilzen zu erläutern (nachdem wir nach etwas ganz anderem gefragt haben). Niemand schlüpft so erschreckend bereitwillig in die Rolle einer rüstigen RAF-Rentnerin, schreibt nerdige Fachaufsätze über historische ICEs, beschimpft leidenschaftlich Sommerrollen oder geht mit Prozentbegabten auf Tuchfühlung. Und die Menge pastellfarbener Dekoartikel hat drastisch abgenommen.

Wir hoffen, dass Dir eine pastellfarbene Zukunft bevorsteht, Du uns mal mit einem Körbchen voller Manner-Waffeln besuchen kommst und uns weiterhin mit beömmelnswerten Reportagen versorgst, und rufen Dir, liebe Julia, den mittlerweile geflügelten Abschied aus Deinem Editorial zu:

In diesem Sinne: Auf Wiedersehen!

Deine Titanic

Du, Landgericht Regensburg,

musstest über die Klage eines Hotels entscheiden, das Schadensersatz wegen einer verwesten Leiche in einem der Hotelzimmer forderte. Weil die Leiche eine »gewisse Zeit« nicht entdeckt worden war und deutliche Spuren hinterlassen hatte, wollte das Hotel vom Nachlasspfleger über 25 000 Euro. Du aber betonst im schönsten Juristendeutsch, dass den Mann keine Schuld an den Flecken treffe, die er als Leiche hinterließ. Denn der Tod eines Wohnraummieters sei »ein außerhalb der vertraglichen Pflichtenlage eintretendes Ereignis«, das den »Kategorien des Vertretenmüssens« entzogen sei.

Das leuchtet ein und eröffnet ganz neue legale Möglichkeiten im Streit mit gierigen Vermieter/innen. Wenn die nächste Mieterhöhung kommt, schließt man sich einfach ein, stirbt und befleckt als Leiche »außerhalb der vertraglichen Pflichtenlage« die ganze Wohnung.

Freut sich schon drauf: Deine Mietrechtexpertin Titanic

Morgen, Vanessa Behrendt (AfD)!

Sie sind Abgeordnete des niedersächsischen Landtags und posteten auf X einen echten Empowerment-Morgengruß an Ihre Gefolgschaft: »Wenn ihr heute aufgestanden seid, keine bunten Haare habt, keine Pronomen habt, nicht gendert und nicht links grün seid, dann ist euer Leben richtig richtig gut. Allen einen entspannten Start in die neue Woche.«

Nun darf man wohl getrost davon ausgehen, dass die erwähnten oder doch wenigstens gemeinten Eigenschaften – so ein Pronomen an sich lässt sich ja schwer loswerden – auf Ihre Wählerschaft zutreffen. Und deren Leben soll also richtig, richtig gut sein? Im Ernst, Vanessa Behrendt? Wissen Sie eigentlich, was Sie da schreiben? Da draußen laufen überall Ausländer und Messerstecher herum, alles ist vollgestellt mit Windrädern und queeren Homos, Angela Merkel ist immer noch nicht im Knast und das ganze Land steht kurz vor der endgültigen Deindustrialisierung, aber Sie wollen den Leuten erzählen, dass ihr Leben trotzdem sehr gut wäre? Sie Kollaborateurin des herrschenden Erziehungsstaates!

Passen Sie bloß auf, dass Ihre Parteigenoss/innen nichts von Ihrem volkszersetzenden Optimismus mitbekommen.

Denkt, dass das recht unentspannt für Sie werden könnte: Titanic

Seufz, Julia Klöckner!

»Der Kanzler hat in München bei der Neueröffnung einer Synagoge geweint«, stellte die Zeit im »Glauben & Zweifeln«-Gespräch mit Ihnen fest und wollte wissen: »Reicht das?« Worauf Sie behaupteten: »Seine Betroffenheit war echt und authentisch« und ein »Das fand ich stark« hinterherschleimten.

Chance vertan! Sie hätten auf diese dämliche Frage selbstverständlich so antworten sollen: »Nein, das reicht absolut nicht! Der Kanzler hätte sich wie ein Klageweib laut greinend hinwerfen, mit den Fäusten auf den Boden hämmern und sich die verbliebenen Haare büschelweise von der Rübe reißen sollen!« Und dann hätten Sie dieses Schauspiel in unerträglich langen Minuten vor dem offenen Mund Ihrer Interviewerin vorführen müssen – das hätte was werden können!

Hätte Sie nach einer solchen Einlage fast sympathisch gefunden: Titanic

Sorry, Autorin Sarah Koldehoff,

aber auf die Erkenntnis »Das Dickpic ist kein Austausch auf Augenhöhe« wären wir, unter Berücksichtigung der cismännlichen Physiognomie, wahrscheinlich auch selbst gekommen.

Will nicht herabblicken: Titanic

Sie, Robbie Williams,

sorgten zuletzt gleich zweimal für Aufsehen: Zum einen erklärten Sie, an einem Tourette-Syndrom zu leiden, das sich nicht nach außen, sondern nach innen richte, und zum anderen durften Sie nicht in Istanbul auftreten, weil es wegen Ihrer jüdischen Ehefrau und Ihres Bekenntnises zu »jüdischen Bräuchen« in der Erziehung Ihrer Kinder Proteste gegen Sie vonseiten propalästinensischer Spinner/innen gab.

Angesichts dieser Zustände, Mister Williams, würden wir Sie bitten wollen, Ihr Tourette einmal zu fragen, ob es in diesem Fall nicht ganz kurz eine Ausnahme machen und sich zu den Antisemit/innen doch einmal äußern könnte.

Zuckt auch schon bedenklich: Titanic

Sag mal, »Süddeutsche Zeitung«!

»So schnell, wie Heidi Reichinnek redet, hat sie die totgesagte Linke aus der Versenkung geholt«, lesen wir in Deinem Porträt der linken Hoffnungsträgerin. Dann: »Das piepsende Telefon hat geschafft, was sonst niemandem gelingt: Es hat sie aus dem Redefluss gebracht.« Und anschließend: »Sie wendet sich wieder dem Gespräch zu und sagt einen Satz, den man kaum je von ihr hört. ›Was wollte ich jetzt sagen?‹, fragt sie.«

Den meisten wird es wahrscheinlich wieder nicht aufgefallen sein. Wir aber haben mittlerweile ein Gespür für kleine Spitzen und substantielle Kritik entwickelt, die sich hinter den nüchternen Zeilen diverser Qualitätsmedien verbergen. Also, liebe Süddeutsche, kann es sein, dass Dir die olle Reichinnek ein bisschen zu viel redet?

Fragt sich ganz neutral: Titanic

Ein Grüß Gott mit erhobener Faust, liebe Nonnen-Rebellinnen!

Welch himmlische Botschaft von Euren subversiven Umtrieben durften wir im Tagesspiegel lesen? »Vom Pflegeheim abgemeldet: Über 80jährige Nonnen besetzen ehemaliges Kloster in Österreich … Seit Wochen sorgen drei Nonnen für weltweites Aufsehen: Sie halten ihr früheres Kloster bei Salzburg besetzt – trotz Widerstands der Kirche.«

(Gottes-)Häuser besetzende Nonnen, die aus dem Heim türmen und sich gegen die Obrigkeit der Oberen auflehnen? Wie gerne stellen wir uns die ins Sakrale gewendeten Sponti-Slogans vor, die Ihr in Eurer Kloster-WG skandiert: »Illegal, klerikal, scheißegal!«, »Wer Nonnen von ihr’m Kloster trennt, gehört schon zum Establishment!«, »Die blöden Pröpste in Talaren krieg’n uns nicht weg in 1000 Jahren!« und natürlich »Stell dir vor, es ist Altenheim, und keiner geht hin«.

Würde Euch beim Häuserkampf sogar fast unterstützen, wenn nicht der ganze Religionsscheiß wäre: Titanic

Du, Berliner Mieter,

wohntest ab 2009 in einer Zweizimmerwohnung für 460 Euro im Monat. Als Du 2020 für längere Zeit ins Ausland gegangen bist, hast Du die Wohnung untervermietet – für 962 Euro monatlich, also für mehr als das Doppelte. Ob das rechtens war oder gegen die Mietpreisbremse verstieß, klärt aktuell der Bundesgerichtshof.

Doch schon jetzt ist klar: Solche Aktionen gehen gar nicht! Wie kannst Du nur Geld mit der Vermietung von Wohnraum verdienen wollen? Ist Dir überhaupt klar, dass Dein Gewinn allein auf der Tatsache basiert, dass Deine Mitmenschen auf eine Wohnung angewiesen sind? Du machst nichts anderes, als eiskalt ihre Abhängigkeit auszunutzen! Stell Dir mal vor, andere Leute würden so etwas tun!

Schäumt vor Wut: Titanic

Vorsicht, Audi-Chef Gernot Döllner!

Sprache schafft bekanntlich Wirklichkeit. Mit großer Verwunderung lasen wir deshalb Ihre Reaktion auf die These der Süddeutschen Zeitung, dass Audi ein Werk in den Vereinigten Staaten eröffnen müsse: »Ein starker Fußabdruck vor Ort ist natürlich ein großer Vorteil, um erfolgreich zu sein. Gleichzeitig wäre es ein großer Schritt in einer so unsicheren Zeit.«

Wie bitte, Döllner? Fußabdrücke statt Reifenspuren und Ölflecken? Große Schritte statt Vollgas? Was Sie hier beschreiben, klingt eher nach einem barfüßigen Wanderausflug einer Freiburger Hippie-Kommune als nach einem siegessicheren Automobilkonzern von Weltformat. Wie soll denn so der Einstieg in die Formel 1 nächstes Jahr gelingen?

Dreht zur Beruhigung eine Runde um den Block: Titanic

Etwas verwirrt, Olympiasieger Noah Lyles,

haben Sie uns mit Ihrer Aussage gegenüber der britischen Presse: »Die Zukunft des Sprints liegt gerade sehr im Nebel. Keiner weiß, in welche Richtung es geht.« Hat sich »hundert Meter geradeaus« denn nicht bewährt?

Fragt schon in den Startlöchern:

Ihre Titanic

Aua, Nachrichtenagentur AFP!

»Eine Million Jahre alter Schädel könnte Zeitachse der menschlichen Evolution verschieben« – gut zu wissen, dass Köpfe im reifen Alter noch zu solchen Kunststücken nütze sein können. In jüngeren Jahren dienen sie ja doch bloß zum Ausdenken kaputter Schlagzeilen.

Macht sich keinen Kopf: Titanic

Dear Bill Burr, Dave Chappelle, Kevin Hart, Chris Tucker,

und Ihr anderen Comedy-Stars, die Ihr Euch vom Sklavenhalterstaat Saudi-Arabien habt kaufen lassen und beim Riyadh Comedy Festival aufgetreten seid! Heftige Kritik habt Ihr erfahren, auch von Kolleg/innen, doch seid unbesorgt, wir verurteilen Euch nicht, aus unserer Sicht gibt es Schlimmeres: In Deutschland zum Beispiel machen manche Komiker/innen bei »Nuhr im Ersten« mit!

Dann lieber tot am Kran baumeln, meint

Eure Titanic

Das Personal der Bundeswehr, Militärhistoriker Sönke Neitzel,

steht oder sitzt nach Ihrer Meinung an der falschen Stelle herum, weshalb »wir« mal »ganz hart an die Personalstrukturen ran« müssten, wie Sie dem Magazin Futurzwei der Taz anvertrauten. »Die Bundeswehr hat 6800 Stellen in der Personalverwaltung. Das ist gigantisch. In der Verwaltung der Wehrmacht gab es dafür 277 Stellen«, sagten Sie zur Begründung, die ein bisschen wackelig daherkommt, weil das so richtig der Wehrmacht ja auch nicht genützt hat auf lange Sicht.

Das wissen sogar die Nicht-Historiker/innen von der Titanic

Apropos, Micky Beisenherz!

Franz Josef Wagner war gestorben, und per Eilpost gaben Sie Willi Winklers SZ-Nachruf 100 weitere und sehr nötige Abschiedszeilen bei: »Das Briefgeheimnis galt für Sie nicht. Die Nation durfte mitlesen. Trump, das Christkind, Boris Becker – vor Ihnen schrumpften alle zu Adressaten. Sie sahen Briefschlitze, wo andere nur ein Grollen spürten. Raus mit den Gefühlen, rein mit der Post!« Gern: »Porsche, Print und Paternoster« wäre 1950 eine sehr schöne Überschrift gewesen. »An guten Tagen waren Sie tatsächlich der Seismograf für das gesunde Volksempfinden«, und da könnten Sie selbst merken, dass eine Hälfte des Satzes nicht stimmen kann. »Die Wirklichkeit ist die, die wir empfinden. Ihre Post war ein Assoziationsgewitter. Hoch emotional. Subjektiv wie ein Urlaubstag im Spätherbst. Filterlos wie die Gitanes neben der Schreibmaschine, aus der Ihre Texte quollen. Postwürfe, Papierflieger, immer ins Herz. Genie und Wahnsinn hatten in Ihrem geräumigen Kopf gut Platz.«

Was halt so subjektiv bis filterlos aus dem auch nicht mehr ganz sommerlichen Schädel quillt, wenn zwar viel mehr Platz zur Verfügung steht, als Wagner in seiner Quatschpost hatte, aber sogar noch weniger mitzuteilen ist. »Man verehrte und verfluchte Sie, meist für dieselben Texte«, von wegen Goethe und Gosse, Genie und Wahnsinn – aber da flogen Sie eh schon auf Autopilot: »Wo andere die moderne Gesellschaft nur noch aus Schießscharten betrachten und sich im Zweifel winselnd davonmachen, blinzelten Sie alle aus verliebten Augen an.«

Sie nehmen’s hin, wenn wir nicht zurückblinzeln?

Grüße aus der Wirklichkeit, empfunden von Titanic

Lieber Franz Josef Wagner,

Sie haben das Zeitliche gesegnet. Oder ins Gras gebissen, wie man so sagt. Wir fragen uns, wie man das Zeitliche segnen kann. Ist es nicht allzu unfassbar, um eine Hand aufzulegen? Und wie schmeckt Gras? Grün? Oder doch eher bräunlich, jetzt im Herbst? Wie ein guter Whisky? Racke rauchzart? Robert Habeck oder Björn Höcke?

Und wo mögen Sie jetzt untergekommen sein? In den elysischen Gefilden, sitzend zur Rechten Axel Springers? Oder doch eher beim Gegenpart, dem Teufel, der den Schnaps gemacht hat? Und wie konnten Sie eigentlich nur so alt werden? War Ihre Leber aus Stahl oder gar Platin?

Das sind so Fragen, die sich niemand stellt.

Nur Ihre Titanic

Meinst Du, »Zeit«?

»In Teilzeit zu arbeiten, sollte kein Statussymbol sein: In Deutschland ist ein Teilzeitjob das neue Normal. Millionen Menschen arbeiten freiwillig weniger. Dem sollte man entgegenwirken, denn für die Wirtschaft ist das fatal.«

Da müssen wir widersprechen, liebe Zeit: Unserer Meinung nach sollte es eines der wichtigsten Statussymbole sein, möglichst wenig zu arbeiten – auch und gerade der Zeit täte es nämlich gut, wenn ihre Redaktion freiwillig kürzertreten würde. Alles andere hat fatale Folgen.

Hat sich diese Schlussfolgerung hart erarbeitet:

Deine Titanic

Wir können, »Tagesschau«,

beim besten Willen den Fehler nicht finden. In Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz waren 7000 Bürger/innen über die Katastrophen-App Katwarn dazu aufgefordert worden, das »Pfalzlied« zu singen. Laut Deinem Bericht hätte die Aufforderung aber nicht über die Warn-App, sondern über das »Themen-Abo Wurstmarkt« versendet werden sollen, weshalb der Landrat von einem »Fehler« sprach, der »sich nicht wiederholen« dürfe.

Dabei wäre für uns eine Situation, in der Tausende von Menschen auf einem Weinfest eine lokalpatriotische Hymne anstimmen, in der Tat hochgradig katastrophal. Sollten wir selbst einmal aus Versehen zum Zeitpunkt dieses Ereignisses in der Nähe weilen, wären wir sehr dankbar für jede Warnung!

Verlassen vorsorglich besser gar nicht mehr die Redaktion: Deine Gesangsmuffel von Titanic

Mahlzeit, Hendrik Wüst!

Was wir auf T-Online über Sie lasen, war schwer verdauliche Kost: »Bei Talkshow in Bremen: Hendrik Wüst enthüllt Helmut Kohls Ernährungstipps.« Eine bessere Quelle für Ernährungstipps als Helmut Kohl kann man sich auch kaum vorstellen. Was hat er Ihnen denn geraten? Auf eine ausreichende Eiweißzufuhr zu achten, etwa durch die Proteinquelle Pfälzer Saumagen? Mit einem Imbiss nach Mitternacht die Gnade des späten Gerichts zu erleben? Oder die Mahlmaxime »A Birne a day keeps the doctor away«?

Tatsächlich lautete der Altkanzler’sche Tipp: »Bub, du musst mehr essen!«

Und essen sollten Sie, Wüst, tatsächlich mehr, denn mit vollem Mund spricht man nicht, und ergo würden Sie dann hoffentlich weniger Interviews geben.

Gruß aus der Komik-Küche der Titanic

O nein, Merz!

Bei Caren Miosga zeigten Sie sich überraschend menschlich und erklärten, wo Ihr soft point liegt, wo Sie, der vermeintlich harte Hund, auf einmal emotional werden und auch schon mal öffentlich mit den Tränen kämpfen: Als Vater falle es Ihnen schwer, »über das Leid von Kindern zu sprechen«. Außerdem behaupteten Sie, dass Sie »der erste Bundeskanzler seit 1998« wären, »der eigene Kinder hat«. Drei an der Zahl: Philippe, Constanze und Carola. Und, ehrlich gesagt, allein bei der Vorstellung haben auch wir schon einen Frosch im Hals, nein, wir bringen es einfach nicht übers Herz, Merz, über das Leid Ihrer Kinder zu sprechen!

In seltener Übereinstimmung: Titanic

Bravo, liebe Polizei!

Da ist doch wirklich gerade wieder eine rechte Chatgruppe in Niedersachsen aufgetaucht, in der Beamt/innen rassistische und nationalistische Inhalte miteinander geteilt haben!

Ähnliche Fälle gab es schon 2017 in Mecklenburg-Vorpommern, 2018 in Hessen, 2019 in Bayern, 2020 in Berlin, 2021 wieder in Mecklenburg-Vorpommern, 2023 in Nordrhein-Westfalen und 2024 in Baden-Württemberg. Und wenn Du Dich jetzt ranhältst, liebe Polizei, kriegst Du das Dutzend dieses Jahr noch voll: Warum es nicht mal mit extrem rechten Chatgruppen in Schleswig-Holstein, in Hamburg, Bremen und in Karls Erlebnis-Dorf, in Österreich (Großdeutschland), in der Region Aldi Nord, in den Sendegebieten von MDR und Bayern 3, auf einer Fläche in der Größe des Saarlandes (Saarland), sowie in Nielsen IIIb (Südwest-Baden-Württemberg) versuchen?

Sind im Gegensatz zu Dir leider grundsätzlich keine Fans von Chatgruppen:

Deine Outlaws von Titanic

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