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Eugen Egners »Gift gibt Kraft«

admin

Früher Cartoon (1980)


Unbeschreibliches am Alten Markt (1. Teil)

An der Haltestelle „Alter Markt“ entstieg ich der seltsamen Straßenbahn. Es war Samstagmittag, für mich eine ungewöhnliche Zeit, um in die Stadt zu fahren. Vorsichtig betrat ich den gepflasterten Boden der Verkehrsinsel. Mir war bewußt, daß hier früher alles vollkommen anders ausgesehen hatte und irgendwann wieder ganz anders aussehen würde. Zur Zeit lagen nirgendwo Trümmer. Viele Menschen mit und ohne Mäntel sah ich, alle trugen Schuhe, alle hatten Köpfe.
Es waren kaum fünfzig Meter bis zu der Snack-Bar, wo ich gewisse junge Leute treffen wollte, um ins Leben zu treten oder wenigstens einen Eindruck davon zu bekommen, wie junge Leute lebten. Im ersten Stockwerk eines Behelfsbaus traf ich sie, lauter Individuen mit Namen und Biographien. Der mir bereitete Empfang war freundlich, ich hatte den Eindruck, wohlgelitten zu sein, und stellte fest, daß ich den Anforderungen gerecht wurde, solange ich nicht versuchte, junge Frauen zu beeindrucken. Einmal hatte ich im Beisein einiger junger Frauen etwas sehr gut gemacht und mich zur Belohnung schändlich betrunken. Der herbeigerufene Pfarrer hatte entschuldigend gesagt: „Die menschliche Seele verlangt nach glücklichen Stunden, da ist es nicht weit zur Drogensucht.“ Der herzensgute Mann! Er konnte täuschend echte Mädchen aus Morsezeichen machen. Meine ersten Mädchen waren daher Geschöpfe des Pfarrers gewesen und keine natürlichen Wesen.

(Fortsetzung folgt noch in diesem Jahr.)

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