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Eugen Egners »Gift gibt Kraft«

admin

Helferin in der Not (1. Teil)

Nachdem ich lange nichts von ihr gehört hatte, erschien mir meine seit vielen Jahren tote Mutter im Schlaf. Sie teilte mir mit, ich solle Inhaber des Lectori Salutem Verlags werden, der ihrem Vater gehöre. Diese Nachricht überraschte mich sehr, denn mein Großvater mütterlicherseits wäre der letzte gewesen, dem ich je unterstellt hätte, in irgendeiner Weise mit so etwas wie einem Verlag zu tun zu haben. Ungeachtet dessen brachte mir meine Mutter Straße und Hausnummer zur Kenntnis und fügte hinzu, man erwarte mich. Dann löste sie sich auf.
Am nächsten Vormittag fuhr ich in die Innenstadt und suchte die mir genannte Adresse auf. Tatsächlich gab es dort einen Verlag, der Lectori Salutem hieß.
Als die Dame am Empfang erfuhr, wer ich war, brachte sie mich umgehend zur Geschäftsführerin. Ich versuchte, ihr meine Anwesenheit zu erklären, doch sie bedeutete mir zu schweigen. Über gewisse Dinge dürfe nie gesprochen werden, sagte sie. Sodann reichte sie mir etwas in Alufolie Gewickeltes. Es hatte ungefähr die Maße eines dicken Taschenbuchs, war aber weicher und fühlte sich warm an. Ich fragte nicht, worum es sich handelte. Die Geschäftsführerin trug mir auf, es zu einem bestimmten, ein paar Straßen entfernten Abfallbehälter zu bringen. Weil ich diese Erledigung als formale Voraussetzung für die Übernahme des Verlags betrachtete, gehorchte ich wortlos und verließ mit dem weichen, warmen Paket die Geschäftsräume.

(Fortsetzung folgt)

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