Eugen Egners »Gift gibt Kraft«
Helferin in der Not (2. Teil)
Im Parterre traf ich bei der gläsernen Eingangstür auf eine sehr fremdartig aussehende Person. Sie war anscheinend männlichen Geschlechts und rußig wie ein Schornsteinfeger, doch stellenweise – vor allem am Kopf – mit gelbem Puder beschichtet. Weil ich einen freundlichen, unvoreingenommenen Eindruck machen wollte, fragte ich den deplaziert wirkenden Fremden, ob ich ihm helfen könne. Die Antwort bestand in unverständlichen Lauten, die Aufregung und Ärger ausdrückten. Ruckartige Körperbewegungen unterstrichen diesen Eindruck. Ich wünschte, ich wäre einfach auf die Straße hinausgegangen. In dem Moment, da ich dies nachholen wollte, stand auf einmal ein zweites, dem ersten in Aussehen und Verhalten ganz ähnliches Wesen vor mir. Es streckte einen Arm gegen mich aus und fuchtelte damit aggressiv herum. Mehrmals stieß die Hand, die aus langen, dicken Borsten bestand, an meinen Kopf. Bevor die Lage sich weiter zuspitzen konnte, wurde die Glastür geöffnet, und ein schmächtiges Mädchen von höchstens zehn Jahren kam herein.
(Fortsetzung folgt)